Giro d'Italia Basso auch bei schlechtem Wetter gut

Die 17. Etappe des Giro bedeutete Radsport als Wintersport. Besonders kältefest waren Tagessieger Leonardo Piepoli sowie der Gesamtführende Ivan Basso. Weiter für Wirbel sorgen die Dopingverdächtigungen gegen einen der Großen des Radsports.


Kronplatz - Am Dienstag war in Spanien Manolo Saiz festgenommen worden, der Chef des spanischen ProTour Rennstalls Liberty Seguros. Auch Eufemio Fuentes, der Arzt der Mannschaft, wurde von den Ermittlern verhört. Auf dem Team, in dem auch der Deutsche Jörg Jaksche fährt, lastet ein schwerer Dopingverdacht. Fuentes soll Blutdoping betrieben und die Rennfahrer mit unerlaubten Präparaten versorgt haben. Die Polizei fand in der Wohnung des Mediziners Anabolika sowie mehr als 200 Blutbeutel.

Basso, Piepoli: "Das war eine harte Etappe"
EPA/DPA

Basso, Piepoli: "Das war eine harte Etappe"

Nur Saiz darf sich seit heute wieder auf freiem Fuß bewegen - und der neue Dopingverdacht belastet auch den Giro d'Italia. Angeblich soll jetzt auch gegen Bjarne Riis ermittelt werden, den Chef des dänischen CSC-Teams. Für diese Mannschaft fährt Ivan Basso, der den Giro souverän anführt.

Riis, der 1996 die Tour de France gewann, hat zu seiner aktiven Zeit mit dem italienischen Sportmediziner Luigi Cecchini zusammengarbeitet, dem wiederum beste Verbindungen zu seinem spanischen Kollegen Fuentes nachgesagt werden. "Das ist eine andere Baustelle, das betrifft Liberty Seguros", betonte Riis.

Sein Kapitän Basso fährt derweil dem Sieg beim Giro entgegen. Bei Kälte und Schneefall im Verlauf der 17. Etappe baute Basso als Tageszweiter seinen Vorsprung im Kampf um das Rosa Trikot noch einmal um ein paar Sekunden aus. Den Sieg des auf 120 Kilometer verkürzten Teilstücks von Termeno nach St. Vigil Enneberg holte sich Kletterspezialist Leonardo Piepoli (Italien/Saunier Duval).

T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich erreichte erneut mit mehreren Minuten Rückstand das Ziel. "Das war eine harte Etappe, die durch das schlechte Wetter zusätzlich erschwert wurde. Für mich geht es vor allem darum, hier gesund durchzukommen und meinen Formaufbau nicht zu gefährden", erklärte der Toursieger von 1997.

Nach einem Protest der Fahrer war die Etappe teilweise umgeleitet und die ursprünglich vorgesehene Überquerung des Würzjochs (1987 Meter) gestrichen worden. Aufgrund von Temperaturen um den Gefrierpunkt in 2000 Meter Höhe hatte man die Abfahrt auf der Passstraße für zu gefährlich befunden. Das auf dem Kronplatz (2273 Meter) errichtete Ziel war fünf Kilometer weiter ins Tal hinab verlegt worden, nachdem eine geschlossene Schneedecke ein Befahren des Schlussabschnitts mit bis zu 24 Prozent Steigung unmöglich gemacht hatte.

Nicht mehr angetreten war am Morgen Ullrichs ukrainischer Teamkollege Sergej Gontschar. Der 35-Jährige war vergangenen Freitag in einen Massensturz verwickelt und hatte sich dabei einen Bluterguss am Rücken zugezogen.

Fortgesetzt wird die Rundfahrt am Donnerstag mit dem 18. Teilstück, das über 210 Kilometer von Sillian nach Gemona del Friuli führt. Höchster Punkt der Etappe ist der Plöckenpass in 1360 Meter Höhe, der bereits nach 80 Kilometer überquert wird.

sge/dpa/sid



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