Giro d'Italia Belgischer Radprofi stirbt nach Sturz

Tragischer Unfall beim Giro d'Italia: Der Belgier Wouter Weylandt ist bei einer Abfahrt schwer gestürzt und kurze Zeit später seinen Verletzungen erlegen. Im Vorjahr hatte der 26-Jährige noch eine Giro-Etappe gewonnen.
Radprofi Wouter Weylandt: Tod auf der dritten Etappe

Radprofi Wouter Weylandt: Tod auf der dritten Etappe

Foto: ? Thierry Roge / Reuters/ REUTERS

Hamburg - Der Giro d'Italia, die große Rundfahrt der Radprofis, wird von einem Todesfall überschattet. Der belgische Radprofi Wouter Weylandt stürzte schwer und starb wenig später an seinen schweren Kopfverletzungen.

Rennarzt Giovani Tredici bestätigte am späten Nachmittag den Tod des Fahrers. "Wouter Weylandt war schon bewusstlos, als wir eintrafen. Wir haben 40 Minuten lang versucht, ihn zu reanimieren. Aber es war nichts mehr zu machen", hieß es in einem Statement des Arztes. Weylandts Team Leopard-Trek teilte in einer Pressemitteilung mit: "Wir haben einen Freund verloren."

Es war der vierte Todesfall in der Geschichte der Italien-Rundfahrt. Der 26-jährige Sprinter und Teamkollege von Fabian Wegmann war auf einer Abfahrt der dritten Etappe von Reggio Emilia nach Rapallo verunglückt und hatte anschließend viel Blut verloren. Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos.

Genaue Unfallursache wird noch ermittelt

Im Fernsehen waren schreckliche Bilder zu sehen. Weylandt lag regungslos auf dem Asphalt und blutete stark im Gesicht. Belgische Medien berichteten, Weylandt sei auf der Abfahrt des Passo del Bocco rund 25 Kilometer vor dem Ziel gegen eine Mauer geprallt.

Die genaue Unfallursache und der Hergang des Sturzes waren aber unklar. Noch am Montagabend eröffnete der Stellvertretende Staatsanwalt von Chiavari, Francesco Brancaccio, ein Ermittlungsverfahren zur Klärung des Unfallhergangs. Er ordnete auch die Autopsie des Leichnams im Krankenhaus von Lavagna an.

Im Vorjahr hatte Weylandt noch die dritte Giro-Etappe gewonnen. Die Siegerehrungen im Anschluss an die Etappe vom Montag wurden abgesagt.

Den letzten Todesfall hatte der Giro 1986 zu beklagen. Damals war Emilio Ravasio ums Leben gekommen. 2005 kam es bei der Asturien-Rundfahrt zum bis dahin letzten tödlichen Rennunfall im Radsport, als der Italiener Alessio Galletti zusammenbrach. 2003 führte der tödliche Sturz des Kasachen Andrej Kiwiljow bei der Fernfahrt Paris-Nizza zur Einführung der Helmpflicht. 1995 starb der italienische Olympiasieger Fabio Casartelli ebenfalls ohne Kopfschutz nach einem Sturz während der Tour de France in den Pyrenäen.

aha/dpa/sid
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