Giro d'Italia Die Doping-Abenteuer des Pascal H.

Radprofi Pascal Herve ist beim Giro d'Italia aus dem Rennen genommen worden. Nicht zum ersten Mal ist der Franzose in einen Dopingfall verwickelt.

San Remo - Pascal Herve, einer der Beteiligten beim Festina-Dopingskandal während der Tour de France 1998, ist erneut in einen Dopingfall verwickelt. Die A-Probe des 36-Jährigen, der mit 20 Minuten Rückstand auf Platz 20 liegt, ist positiv. "Wir haben Herve aus dem Rennen genommen, während wir auf die Gegenprobe warten", erklärte ein Sprecher seines Arbeitgebers Alexia.

Riccardo Forconi, 30 Jahre alter Teamgefährte von Italiens Radstar Marco Pantani wurde nach der Bekanntgabe seines positiven Dopingbefundes vom Mercatone-Uno-Rennstall ebenfalls von der Italien-Rundfahrt ausgeschlossen.

Dopingmittel im Wohnwagen?

Herve, ein enger Freund und langjähriger Teamkollege von Richard Virenque (Frankreich), war bis Ende März dieses Jahres wegen seiner Verwicklung in den Festina-Dopingskandal gesperrt gewesen. Beim Prozess in Lille hatte der Franzose nach langem Leugnen schließlich eingeräumt, gedopt zu haben. Zu Beginn des Giro hatte Herve erklärt, er sei ein "Abenteurer" und fahre "nur noch zum Spaß".

Zuvor war schon der Italiener Sergio Barbera vom Lampre-Team aus dem Rennen genommen worden, nachdem bei ihm eine positive A-Probe auf das Blutdopingmittel Epo von der Tour de Romandie bekannt geworden war. Außerdem stellte die Polizei im Wohnwagen der Schwiegereltern des zweimaligen Giro-Gewinners Ivan Gotti (Italien) mutmaßliche Dopingpräparate sicher. In dem Camper der Gotti-Verwandten seien 100 Packungen offensichtlich verbotener Medikamente gefunden worden, die für Gottis Alessio-Mannschaft bestimmt gewesen sein sollen.

Gotti unter Epo-Verdacht


Gotti befindet sich schon seit längerem im Fadenkreuz der Dopingfahnder des Nationalen Olympischen Komitees von Italien (Coni). Der Profi, auch ein Patient des von der Staatsanwaltschaft verfolgten Arztes Francesco Conconi, soll nachweislich über einen längeren Zeitraum verbotene Substanzen, auch Epo, zu sich genommen haben. Das soll aus Unterlagen der Staatsanwaltschaft Padua hervorgehen.

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