SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

26. Mai 2002, 14:31 Uhr

Giro d'Italia

Doping-Sünder drei und vier

Jan Ullrichs ehemaliger Telekom-Teamkollege Roberto Sgambelluri und der Russe Faat Zakirow sind am Wochenende des Dopings überführt worden. Damit erhöhte sich die Anzahl der Dopingsünder beim 85. Giro d'Italia auf vier Fahrer.

Numana - "Ich bin darüber sehr wütend. Diese Leute schaden ihrem Metier und ihren Kollegen", wetterte Hein Verbrugghen, der Präsident des Radsport-Weltverbandes (UCI), am Sonntag vor dem Zeitfahren in Numana an der Adria-Küste. Am Samstagabend war bekannt geworden, dass Sgambelluri und Zakirow der Gebrauch des verbotenen Mittels Aranesp, das die Epo-ähnliche Substanz Darbopoetin enthält, nachgewiesen wurde.

Einem Ausschluss waren die Betrüger zuvorgekommen. Zakarow hatte den Giro bereits nach der fünften Etappe aufgegeben, der Italiener Sgambelluri war nicht mehr zur zwölften Etappe am Freitag gestartet. Bereits zuvor waren die Sieger der beiden vergangenen Jahre, die Italiener Gilberto Simoni und Stefano Garzelli, wegen positiver Dopingbefunde von ihren Teams aus dem Rennen genommen worden.

Trotz der negativen Schlagzeilen hält Verbrugghen die allgemeine Entwicklung aber für positiv. "In den vergangenen beiden Jahren sind wir im Kampf gegen Doping mit unseren Maßnahmen schon weit gekommen. Keiner der Gewinner der großen Rundfahrten sowie beim Weltcup oder den Weltmeisterschaften ist positiv getestet worden. Aber einige Falschspieler wird es immer geben", sagte der UCI-Chef.

"Die Luft für die Sünder ist dünn"


Dass Dopingsünder in naher Zukunft keine Chance mehr haben glaubt auch Professor Dr. Klaus Müller. "Die Luft für die Sünder ist dünn. Ich bin überzeugt, dass wir bald soweit sind, um schon in kurzer Zeit alle verbotenen Substanzen nachzuweisen", sagte der Leiter des Anti-Dopinglabors in einem Interview der "Bild am Sonntag".

Der Mediziner fordert konsequentere Bestrafungen von Ärzten, die Dopingmittel verabreichen. Der 65-Jährige ist aber überzeugt, dass Fahrer wie die Tour-Sieger Lance Armstrong und Jan Ullrich ohne verbotene Mittel auskommen. Die Stars der Szene müssen sich weit häufiger als ihre Kollegen Dopingkontrollen unterziehen und waren stets negativ getestet worden.

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung