Giro d'Italia López stürzt wegen Fan und rächt sich mit Ohrfeigen

Spitzenreiter Richard Carapaz fährt weiter souverän, andere verlieren beim Giro d'Italia allerdings die Nerven. Der Kolumbianer Miguel Angel López legte sich mit einem Zuschauer an.

Miguel Angel Lopez gehen die Nerven durch
Luk Benies AFP

Miguel Angel Lopez gehen die Nerven durch


Der kolumbianische Radprofi Miguel Ángel López vom Team Astana hat bei der vorletzten Etappe des Giro d'Italia nach einem Zwischenfall mit einem Fan die Nerven verloren und dem Zuschauer mehrere Ohrfeigen verpasst. Der Anhänger war auf der 20. Etappe zum Monte Avena viel zu dicht neben der Gruppe mit López hergerannt und hatte den Kletterspezialisten zu Fall gebracht.

López verlor durch die Aktion den Kontakt zu den Spitzenfahrern um den Gesamtführenden Richard Carapaz (Ecuador/Movistar). Unerlaubte Hilfe durch Fans hatte zuvor der Slowene Primoz Roglic (Jumbo-Visma) erhalten. Der 29-Jährige war auf der Etappe durch die Dolomiten von Anhängern etliche Meter den Berg hinaufgeschoben worden und hatte diese offensichtlich nicht daran gehindert.

Die Hilfe brachte Roglic allerdings nicht viel ein: Der Slowene verlor am Schlussanstieg noch einmal 50 Sekunden auf Spitzenreiter Richard Carapaz aus Ecuador. Der 26-jährige Carapaz wehrte auf der letzten Bergetappe alle Angriffe ab und geht mit einem Vorsprung von 1:54 Minuten auf den italienischen Altstar Vincenzo Nibali in das abschließende Einzelzeitfahren über 17 Kilometer in Verona.

Neuer Gesamtdritter ist Carapaz' Teamkollege Mikel Landa. Der Spanier überholte durch seinen zweiten Platz Roglic. Den Tagessieg sicherte sich am Samstag der Spanier Pello Bilbao, der aus einer Ausreißergruppe übrig geblieben war und den Sprint gegen Landa gewann. Carapaz überquerte als Vierter direkt vor Rivale Nibali den Zielstrich.

In der Punktewertung bleibt der deutsche Meister Pascal Ackermann, der zwei Etappen beim diesjährigen Giro gewann, vor dem Franzosen Arnaud Démare in Führung. Damit muss der 25-Jährige das Lila Trikot nur noch ins Ziel nach Verona bringen, um als erster Deutscher die Punktewertung seit ihrer Einführung 1958 zu gewinnen.

Im Zeitfahren am Sonntag sollte der Vorsprung von Carapaz ausreichen, zumal es nur über 17 Kilometer bis in die Arena von Verona geht. Zum Vergleich: Beim 34,8 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr auf der neunten Etappe in San Marino hatte Carapaz 50 Sekunden auf Nibali verloren.

aha/dpa/sid



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marthaimschnee 01.06.2019
1. das kann man aber auch anders sehen
Wer die Situation in voller Länge gesehen hat, der kann die Reaktion durchaus verstehen. Und bei Roglic, was soll er denn tun? Er fährt am Anschlag den Berg hoch, soll er da noch wild um sich fuchteln, weil da einer schiebt? Und haut er ihm dabei eine rein, isses auch wieder nicht richtig.
funkhero 01.06.2019
2. Russische fans
Interessant ist doch dass der gute Herr Zuschauer eine Kappe aufhatte mit russischer Flagge - und dass der direkte Konkurrent von Lopez im Kampf um das weiße Trikot der Russe sivakov ist. Dem hätte ich auch eine gescheuert.
peterka60 01.06.2019
3. Gut gemacht Miguel Angel López
Was heisst da die Nerven verloren. Solche Fans gehören geohrfeigt und zusätzlich gebüsst. Da fährt sich einer drei Wochen lang die Zunge aus dem Leib und dann kommt so ein I.... und alle Träume zerplatzen. Auch den, der Primoz Roglic angestossen hat, hätte man ohrfeigen sollen. Wie kann man nur so dumm sein!
josef2018 01.06.2019
4. Ich
hoffe doch sehr, dass man Roglic eine 5 Minuten Zeitstrafe gibt, damit solche "Fans" einmal merken, dass sie den Fahrern mit Anschieben gewiss keinen Gefallen erweisen.
FABRICIUS3591 01.06.2019
5. López stürzt wegen Fan und rächt sich mit Ohrfeigen
... DAS war keine Rache , das war eine Spontanbestrafung .. , für welche ich volles Verständnis habe ! Durch solche Idioten wird der Sportler in höchste Gefahr gebracht, und es kann passieren, dass er deshalb zBsp die Tour nicht fortsetzen kann ! Ich gucke seit Jahren Giro und Tour .. , und habe mich schon oft geweundert, dass da nicht viel öfter was passiert ist .Also keine Gnade und keine Entschädigunh für diesen " Fan " .. Noch was : Die Rennleitung müßte viel strenger gegen Fahrer vorgehen, die sich am Berg schieben lassen ! DAS ist Wettbewerbsverzerrung hoch 3 !
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