Giro d'Italia Ullrich steigt aus, Voigt wird Zweiter

Jan Ullrich ist nach eigenen Aussagen so fit wie selten. Dennoch ist der Radprofi vorzeitig beim Giro d'Italia ausgestiegen, um sich für die Tour de France zu schonen. Auf der 19. Etappe verpasste ein anderer Deutscher nur knapp den Tagessieg.

Hamburg - "Ich fühle mich nach drei Wochen ein wenig müde und möchte meinen Formaufbau für die Tour de France nicht gefährden. Die vorletzte Etappe wird noch einmal hammerhart, das wollte ich mir nicht mehr antun", erklärte Ullrich, der am Fuß des Schlussanstieg zum Passo di San Pellegrino vom Rad stieg. Gemeinsam mit  seinem Betreuer Rudi Pevenage habe der Radprofi schon seit längerer Zeit in Erwägung gezogen, die letzten Etappen nicht mehr zu fahren, so T-Mobile-Sprecher Stefan Wagner zu SPIEGEL ONLINE. Ullrich hatte in den vergangenen Tagen stets betont, dass er sich trotz der Belastungen am Berg topfit fühle.

Eigentlich hatte der 32-Jährige sogar schon vor der heutigen Etappe überlegt, aus dem Klassiker in Italien auszusteigen. "Doch nach den Meldungen über Jans angebliche Zusammenarbeit mit einem des Dopings verdächtigen Arztes wäre dies sicher das falsche Signal gewesen", sagte Wagner SPIEGEL ONLINE.

Auf der Etappe von Pordenone nach Passo di San Pellegrino kämpfte währenddessen Jens Voigt aus dem dänischen CSC-Team des Gesamtführenden Ivan Basso um den Tagessieg. Erst auf den letzten Metern ließ er den Spanier Juan Manuel Garate ziehen und fuhr als Zweiter durchs Ziel. Ivan Basso kam mit einem Rückstand von 2:15 Minuten an und verteidigte den ersten Platz in der Gesamtwertung. 

Der Doping-Skandal schlug aber auch heute noch hohe Wellen. Im Zuge einer Razzia waren bereits am Dienstag Teamarzt Eufemiano Fuentes und der Liberty-Seguros-Teamchef Manolo Saiz festgenommen worden. Das Duo steht in Verdacht, für systematisches Doping im spanischen Radsport mitverantwortlich zu sein. Der spanische Radiosender Cadena Ser hatte berichtet, der Tour-de- France-Sieger von 1997 habe Verbindungen zu dem Mediziner. "Wir haben bei allen Verantwortlichen im Team recherchiert und alle haben bestätigt, dass es absolut keine Verbindung zwischen dem Liberty-Arzt und Jan Ullrich gibt", hieß es auf der Internetseite des Bonner Rennstalls. "Ich habe nie mit Fuentes zusammengearbeitet", stellte Ullrich klar.

Sein Ausstieg aus dem Giro habe laut Wagner nichts mit den Gerüchten um den angeblichen Kontakt Ullrichs zu Fuentes zu tun. "Man kann sich aber auch nicht von so einer Meldung den Trainingsplan diktieren lassen", heißt es aus dem Team. Auch die Knieprobleme, die Ullrich im April plagten, sind kein Grund für die Aufgabe in Italien. "Jans Knie ist wieder voll belastbar, lediglich die Muskulatur im rechten Bein ist noch etwas schwächer", so der Sprecher.

Ullrich hatte vor acht Tagen überraschend das Zeitfahren gewonnen, konnte Spitzenreiter Ivan Basso aber auf den anderen Etappen nie ernsthaft gefährden. Dabei hatte die deutsche Hoffnung auf den Toursieg stets betont, dass er den Giro lediglich als Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen sähe und eine Top-Platzierung für ihn aus diesem Grund keine Rolle spielt.

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