Golf Aufstand der Außenseiter

Nicht etwa der Turnierfavorit Ernie Els, sondern der Schwede Pierre Fulke und der Amerikaner Steve Stricker streiten sich um die Krone bei der Lochwettspiel-WM in Australien.


Steve Stricker: "Ab und zu kneifen"
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Steve Stricker: "Ab und zu kneifen"

Melbourne - Zwei Außenseiter bestreiten das Finale der Lochwettspiel-WM im australischen Melbourne. Schwedens international bislang kaum in Erscheinung getretener Pierre Fulke sorgte am Samstag mit 2 und 1 gegen den Weltranglisten-Zweiten und Turnierfavoriten Ernie Els (Südafrika) für die große Überraschung. Im Endspiel, das über 36 Löcher ausgetragen wird, trifft er am Sonntag auf den noch unbekannteren Steve Stricker (USA), der Toru Taniguchi (Japan) ebenfalls mit 2 und 1 ausschaltete. Bernhard Langer (Anhausen), der einzige Deutsche im 64er Feld, war bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Die Meisterschaft ist mit fünf Millionen Dollar dotiert, dem Sieger winkt ein Scheck über stolze eine Millionen Dollar. Was aber für Fulke wie Stricker noch mehr zählt, sind die Ryder-Cup-Punkte, die bei diesem WGC-Turnier ausgeschüttet werden.

"Ich muss mich selbst ab und zu kneifen, um mir klar zu werden, dass ich im Finale stehe", freute sich Stricker, der seit July auf PGA-Turnieren keinen Cut mehr geschafft hat. Die augenblickliche Nummer 90 in der Weltrangliste war nur in das Feld der 64 Spieler nachgerückt, weil ein Großteil der Golfstars (darunter auch Tiger Woods, Lee Westwood und David Duval) die beschwerliche Reise nach Australien nicht auf sich nehmen wollte. Im Viertelfinale besiegte der 30-Jährige aus dem US-Bundesstaat Wisconsin den Australier Nick O'Hern in einer spannenden Partie am 20. Loch.

Auf die beschwörenden Verrenkungen beim Putten halfen Ernie Els gegen Pierre Fulke nicht
AFP

Auf die beschwörenden Verrenkungen beim Putten halfen Ernie Els gegen Pierre Fulke nicht

Sein Finalgegner Fulke, der am Vormittag den Amerikaner Brad Faxon am 19. Loch besiegen konnte, nutzte einige Schnitzer von seinem Kontrahenten Ernie Els aus, ehe er am 17. Loch mit einem Par seinen Triumph klar machte. "Wir haben heute eher schlecht gespielt", gab Fulke anschließend zu. "Aber Ernie zu schlagen, ist wirklich ein unglaubliches Gefühl. Ich habe zu meinem Caddie gesagt, wenn wir am Ende die Oberhand behalten, ist das wie ein Finaltriumph."

Fulke und Stricker dürfen sich durch ihr gutes Abschneiden in Melbourne berechtigte Hoffnungen auf eine Teilnahme beim Ryder Cup machen und könnten mit dem Finale bei der Lochwettspiel-WM eine mögliche Einzelpartie des prestigeträchtigen Kontinental-Wettstreits zwischen den USA und Europa sein, der vom 28. bis 30. September im englischen Belfry ausgetragen wird, vorwegnehmen.

Pierre Fulke: "Wir haben heute eher schlecht gespielt"
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Pierre Fulke: "Wir haben heute eher schlecht gespielt"

Viertelfinale
55-Steve Stricker (U.S.A) schlägt 63-Nick O'Hern (Australien) am 20. Loch
21-Pierre Fulke (Schweden) schlägt 45-Brad Faxon (U.S.A.) am 19. Loch
30-Toru Taniguchi (Japan) schlägt 22-Shigeki Maruyama (Japan) 2 auf 1
1-Ernie Els (Südafrika) schlägt 57-Craig Stadler (U.S.A.) 1 auf

Halbfinale
21-Pierre Fulke (Schweden) schlägt 1-Ernie Els (Südafrika) 2 auf 1
55-Steve Stricker (U.S.A) schlägt 30-Toru Taniguchi (Japan) 2 auf 1


Finale am Sonntag über 36 Löcher


21-Pierre Fulke (Schweden) gegen 55-Steve Stricker (U.S.A.)


Zahlen vor den Spielern bedeuten die Position auf der Setzliste der 64-köpfigen Spielerfeldes.



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