Golf-Masters in Augusta Mickelson triumphiert, Woods wütend

Beide beendeten das Turnier mit einem Birdie, und beide ernteten anschließend tosenden Applaus: Phil Mickelson hat zum dritten Mal das US Masters in Augusta gewonnen, Tiger Woods wurde beim wichtigsten Golfturnier der Welt Vierter. Der Rückkehrer reiste verärgert ab.

Masters-Sieger Mickelson: Dritter Triumph nach 2004 und 2006
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Masters-Sieger Mickelson: Dritter Triumph nach 2004 und 2006


Hamburg - Es war sein dritter Triumph nach 2004 und 2006: Phil Mickelson hat das Masters in Augusta gewonnen. Der US-Amerikaner fing am Schlusstag den nach der dritten Runde führenden Engländer Lee Westwood mit einer 67er Runde noch ab und hatte bei 272 Schlägen letztlich drei Schläge Vorsprung auf den Briten. Westwood verpasste damit den ersten europäischen Sieg beim wichtigsten Golfturnier der Welt seit 1999. Damals hatte der Spanier José Maria Olazabal gewonnen.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl, und es gibt nichts Schöneres, als dieses Turnier zu gewinnen. Das ist heute ein besonderer Tag, auf den ich immer mit großartigen Erinnerungen zurückblicken werde", sagte Sieger Mickelson. Der Weltranglistenerste Tiger Woods kam bei seinem Comeback nach dem Sexskandal und der damit verbundenen fünfmonatigen Turnierpause mit 277 Schlägen auf den vierten Platz, den er sich mit dem Südkoreaner Choi Kyung-ju teilte.

Während Mickelson die Heimreise im begehrten grünen Jacket des Masters-Siegers antrat, verließ Woods Augusta mit Wut im Bauch. Sein Comeback nach der Pause hatte sich der 34-Jährige anders vorgestellt. "Das ist nicht das, was ich hier erreichen wollte. Ich bin hergekommen, um zu gewinnen. Aber je länger das Turnier dauerte, desto schlechter wurden meine Schläge", ärgerte sich Woods nach seiner 69er Schlussrunde.

Schlusstag: Woods fällt zurück, Mickelson überholt Führenden

Insgesamt benötigte Woods 277 Schläge - fünf mehr als Sieger Mickelson. Nach einer glänzenden 68er Eröffnungsrunde und Platz drei zur Halbzeit fiel der Sportmilliardär, der in Augusta auch durch wüste Schimpftiraden für Schlagzeilen sorgte, am Schlusstag noch auf Rang vier zurück. Mickelson hingegen war mit einem Schlag Rückstand auf den führenden Westwood auf die letzte Runde gestartet. Während der Brite mit drei Bogeys (ein Schlag über Par) den Sieg am Ende noch verspielte und mit 275 Schlägen Zweiter wurde, überzeugte Mickelson mit einer fehlerfreien Schlussrunde, auf der ihm fünf Birdies gelangen (ein Schlag unter Par). Dritter wurde der US-Amerikaner Anthony Kim (276 Schläge).

Bereits vor dem 18. und letzten Loch war Mickelson sein dritter Triumph in Augusta kaum mehr zu nehmen. Er hatte zwei Schläge Vorsprung auf Westwood, behielt die Nerven, ein ruhiges Händchen - und fiel anschließend seiner Ehefrau Amy in die Arme, die seit knapp einem Jahr an Brustkrebs leidet. "Es ist ein sehr emotionales Jahr gewesen, und ich bin sehr stolz darauf, wie meine Frau kämpft", betonte Mickelson, der auch seine drei Kinder vor Ort hatte.

Im Gegensatz zu Woods, dessen Familie bei seiner Rückkehr nach den öffentlich gewordenen außerehelichen Eskapaden nicht in Augusta war. Wann er sein nächstes Turnier spielt, ließ Woods offen. "Ich werde mir jetzt eine Auszeit nehmen und alles überdenken", kündigte er an. Bereits vor dem Masters hatte Woods betont, die Therapie gegen seine Sexsucht fortsetzen zu wollen.

Die beiden deutschen Profis Bernhard Langer und Martin Kaymer waren um zwei Schläge am Cut gescheitert. Für Langer, den Champion von 1985 und 1993, war es das fünfte Mal in Folge, für den Weltranglistenneunten Kaymer beim dritten Start das dritte vorzeitige Aus.

ham/dpa/sid



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