Golf Ryder Cup abgesagt

Der für Ende September im englischen Birmingham geplanten 34. Ryder Cup der Golfprofis wird wegen der Terroranschläge in den USA auf das kommende Jahr verlegt.


London - Der Sprecher des europäischen Ryder-Cup-Komitees, Mitchell Platts, gab am Sonntagabend die Entscheidung bekannt. "Der US-Verband hat uns informiert, dass es den amerikanischen Spielern wegen der Tragweite der Geschehnisse nicht möglich sei, an diesem Sportereignis teilzunehmen", hieß es zur Begründung. Der prestigeträchtige Kontinentalvergleich zwischen den USA und Europa hätte ursprünglich vom 28. bis 30. September auf der Golfanlage The Belfry nahe Birmingham ausgetragen werden sollen.

Der Ryder Cup soll nun im kommenden Jahr im September mit den gleichen bislang qualifizierten Spielern am selben Ort nachgeholt werden. Für den seit 1921 stattfindenen Mannschaftswettbewerb zweier Zwölfer-Teams, der nur im Zweiten Weltkrieg für sechs Jahre ausgesetzt worden war, hatte sich als einziger Deutscher der Anhausener Bernhard Langer qualifiziert.

Europäer begrüßen Entscheidung

Der europäische Mannschafts-Kapitän Sam Torrance begrüßte die Entscheidung. In einer ersten Stellungnahme sagte der Schotte: "Es wurde die richtige Entscheidung getroffen, und sie trifft auf unsere einhellige Zustimmung."

Seit den Anschlägen in New York und Washington hatten sich wiederholt US-amerikanische Golfer gegen eine Austragung des alle zwei Jahre stattfindenden Ryder Cups ausgesprochen. So hatte etwa Steve Loy, Manager der US-Spieler Phil Mickelson und Mark Calcavecchia, bereits vor der Entscheidung der Organisatoren geunkt: "Ich sage voraus, dass der Ryder Cup nicht stattfinden wird." Ein Golfturnier dieser Größenordnung biete "alle Möglichkeiten zu einem Attentat", egal welche Sicherheitsvorkehrungen ergriffen würden.

Woods sagt Turnier in Paris ab

"Es gibt keine Möglichkeit, einen wie Tiger Woods gegen die zu schützen, die bereit sind, ein Selbstmord-Attentat wie in New York oder Washington zu begehen", hatte auch Andrew Chandler, Manager der Profis Lee Westwood (England), Darren Clarke (Nordirland) und Paul McGinley (Irland), insgeheim mit einer Absage gerechnet.

Gerade beim Spiel mitten auf den Fairways sei die Angriffsgefahr und Verwundbarkeit für die Spieler am größten, meinte Chandler. Woods hatte bereits unter dem Eindruck der Ereignisse in den USA seinen Start am kommenden Donnerstag bei der Trophée Lancôme in Paris abgesagt.



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