Erster Major-Triumph seit elf Jahren Tiger Woods gewinnt Masters in Augusta

Siege, Skandale, vier Rückenoperationen - nun darf Tiger Woods wieder das Grüne Jackett tragen: Der Golf-Superstar aus den USA hat in Augusta seinen 15. Major-Erfolg gefeiert.

So sehen Sieger aus - Tiger Woods feiert seinen Triumph im Grünen Jackett
Mike Ehrmann/AFP

So sehen Sieger aus - Tiger Woods feiert seinen Triumph im Grünen Jackett


Eines der größten Comebacks der Sportgeschichte ist perfekt: Tiger Woods hat beim Masters in Augusta triumphiert, tausende Golf-Fans auf der Anlage unterstützten den Superstar auf seinem Weg zum Sieg. Für den US-Amerikaner ist es der 15. Erfolg bei einem der großen Turniere, in Augusta gewann Woods zum letzten Mal vor 14 Jahren. Ein Major holte der 43-Jährige letztmals 2008 bei den US Open.

Woods hatte jahrelang mit privaten Problemen, Skandalen und Verletzungen zu kämpfen, allein zwischen 2014 und 2017 ist er viermal am Rücken operiert worden. Im Sommer 2017 war er nicht einmal mehr unter den Top 1000 der Weltrangliste. Im vergangenen Jahr kämpfte er sich langsam zurück und holte seinen 80. Titel auf der PGA-Tour.

Woods setzte sich beim Traditionsturnier im Augusta National Golf Club mit insgesamt 275 Schlägen gegen seine Landsleute Dustin Johnson, Xander Schauffele und Brooks Koepka (alle 276 Schläge) durch. Als Trophäe erhält Woods unter anderem das berühmte grüne Sieger-Jackett und rund zwei Millionen Dollar Preisgeld.

Vor 22 Jahren war Woods sein erster Masterstriumph gelungen, es folgten die Siege 2001, 2002 und 2005. Rekordchampion im Golf ist Jack Nicklaus mit 18 Majorsiegen. "Es ist überwältigend, ich war schon glücklich, im letzten Jahr hier überhaupt wieder zu spielen", sagte Woods: "Es schließt sich ein Kreis, 1997 war mein Vater hier, heute bin ich ein Dad." Beim Sender CBS gratulierte Nicklaus. "Ich freue mich so für ihn, für das Spiel ist es fantastisch", sagte Nicklaus.

Die Fans feierten den Publikumsliebling mit lauten "Tiger, Tiger"-Sprechchören, als er auf der 18. und letzten Bahn den entscheidenden Putt zum Sieg einlochte. Als erste Gratulanten fielen ihm seine beiden Kinder Sam und Charlie und seine Mutter Kultida um den Hals.

Die Finalrunde in Augusta war packend, vor allem auf den letzten sieben Löchern wechselte die Führung permanent. Auf der zwölften Spielbahn schlug Woods zu, der mit zwei Schlägen Rückstand auf die Spitze in die Schlussrunde gestartet war. Woods Konkurrenten Francesco Molinari und Tony Finau versenkten auf dem nur 144 Meter kurzen Par-3 ihre Abschläge im Wasser, danach gelang dem US-Amerikaner das Par und er spielte sich so erstmals in die geteilte Führung.

Mit einem Birdie auf der 15. Spielbahn übernahm die langjährige Nummer eins der Welt drei Löcher vor Schluss zum ersten Mal die alleinige Führung des Felds. Auf der 16. Bahn baute er mit einem weiteren Birdie seinen Vorsprung aus. Die Führung gab er bis zum Ende nicht mehr aus der Hand.

Fotostrecke

21  Bilder
Masters-Sieger Tiger Woods: Das Golf-Phänomen

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Der ehemalige US-Präsident Barack Obama etwa twitterte: "Glückwunsch, Tiger! Nach all den Höhen und Tiefen zurückzukommen und das Masters zu gewinnen, ist ein Beweis für Exzellenz, Mut und Entschlossenheit." Tennisstar Serena Williams schrieb: "Ich habe Tränen in den Augen. Das ist unvergleichbare Größe."

jan/dpa/sid

insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
thomas.kistler 14.04.2019
1. Sportlich - große Gratulation!
Menschlich ist er für mich eher eine Enttäuschung, nachdem er mehrfach den Rassismus von Trump relativiert hat. Stattdessen hat er nichts besseres zu tun, als im Februar mit dem "Trottel im Weißen Haus" (Zitat LeBron James) Golf zu spielen. Da sollte er sich ein Beispiel an James nehmen, der u.a mit Bezug auf Trump und dessen Rassismus folgendes gesagt hat: "Our President is dividing us". https://www.cnn.com/videos/us/2018/07/30/lebron-james-school-ohio-trump-dividing-us-sot-vpx.cnn
gammoncrack 14.04.2019
2. Das ist wirklich unglaublich.
Damit hat wohl vor 2 Jahren niemand mehr gerechnet. Ich konnte ihn aufgrund seiner Überheblichkeit vor seiner krankheitsbedingten Pause nie leider. Ich wünschte mir immer einen Sieg eines Konkurrenten. Seit Monaten fiebere ich mit ihm. Ein anderer Mensch auf dem Golfplatz, total anderes Auftreten. Ein toller Tag in der Golfgeschichte.
gammoncrack 14.04.2019
3. Ich gebe Ihnen insoweit Recht, als dass
Zitat von thomas.kistlerMenschlich ist er für mich eher eine Enttäuschung, nachdem er mehrfach den Rassismus von Trump relativiert hat. Stattdessen hat er nichts besseres zu tun, als im Februar mit dem "Trottel im Weißen Haus" (Zitat LeBron James) Golf zu spielen. Da sollte er sich ein Beispiel an James nehmen, der u.a mit Bezug auf Trump und dessen Rassismus folgendes gesagt hat: "Our President is dividing us". https://www.cnn.com/videos/us/2018/07/30/lebron-james-school-ohio-trump-dividing-us-sot-vpx.cnn
das wirklich Geschmackssache ist. Mir wäre es auch lieber gewesen, wenn er das nicht gemacht hätte. Andererseits, was würde ich hier passieren, wenn Langer oder Kaymer mit Angela Merkel auf den Platz gehen. Ein Shitstorm ohne Ende - zumindest hier im Forum :-)
anotherprelude 14.04.2019
4.
Mit Barack Obama wollte er nichts zu tun habe, mit Trump spielt er gerne Golf....hm
malexe 14.04.2019
5. Mmh
Ich bin zwiegespalten. Er ist mir wenig bis gar nicht sympatisch, aber dieses Comeback ist schon sensationell. Nach all den privaten und gesundheitlichen Problemen dieses Turnier auf den letzten Löchern zu gewinnen, zeugt von Können und fast schon alter Klasse. Fürchte, dass da in Zukunft noch mehr auf uns zukommt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.