Golfer Martin Kaymer Aus der Krise in seine eigene Liga

Anfang des Jahres flog Golfer Martin Kaymer in der Weltrangliste aus den Top 50. Wenige Wochen später eroberte er mit dem Triumph bei den US Open die USA - mit seinem Start-Ziel-Sieg wandelt er auf den Spuren von Tiger Woods.

REUTERS

Hamburg - Seit Martin Kaymer 2010 sein erstes Major-Turnier gewann und 2011 die Spitze der Golf-Weltrangliste erklomm, galt er als legitimer Nachfolger von Legende Bernhard Langer. Doch dann begann der schleichende Abstieg, der Kaymer Anfang 2014 in der Weltrangliste gar aus den Top 50 fallen ließ.

Seine Durststrecke auf der PGA-Tour hatte Kaymer bereits Anfang Mai mit dem Sieg bei der Players Championship beendet. Es war die Initialzündung für seinen Erfolg bei den US Open in Pinehurst in North Carolina. Der 29-Jährige siegte mit neun Schlägen Vorsprung auf den US-Amerikaner Rickie Fowler und ist nun nach Langer der zweite deutsche Golfer mit zwei Major-Erfolgen.

"Martin hat sein eigenes Turnier gespielt. Niemand ist die ganze Woche lang an ihn herangekommen. Wir haben alle nur um Platz zwei gespielt", sagte Fowler. "Freunde hatten mich oft aus Spaß One-Hit-Wonder genannt. Das konnte ich nun mit diesem Titel widerlegen", sagte Kaymer laut Golf.de.

Beeindruckend war die Konstanz, mit der Kaymer an allen vier Tagen bei schwierigen Bedingungen golfte. Der Platz hatte unter der extremen Sonneneinstrahlung gelitten, vor allem die Grüns waren in einem schwer zu spielenden Zustand.

Ein Sieg für die Geschichtsbücher

Kaymers Krise der vergangenen Jahre hatte einerseits mit dem riesigen Druck zu tun, der auf ihm lastet - immerhin erklomm er mit 26 Jahren die Spitze der Weltrangliste. Der deutsche Golfsport erhoffte sich eine ähnliche Signalwirkung wie nach Boris Beckers Wimbledon-Sieg im Tennis. Andererseits kam Kaymer nicht mit dem kurzen Spiel zurecht. In Pinhurst chippte und puttete der Deutsche aber wieder wie zu besten Zeiten, das viele Training der letzten Monate hat sich bezahlt gemacht.

Kaymers Sieg ist ein Sieg für die Geschichtsbücher: Als erster Spieler gewann er die Player Championship sowie die US Open in einem Jahr. Mit dem Erfolg bei der 114. Auflage des zweiten Major-Turniers des Jahres tritt Kaymer zudem in die Fußstapfen von Tiger Woods.

Der derzeit mit einer Rückenverletzung pausierende Woods war vor Kaymer der erste Golfer, der mit unter 30 Jahren zwei Major-Turniere und die Players Championship gewinnen konnte. Zur Krönung hat Kaymer in der Weltrangliste einen Sprung von Rang 28 auf Platz elf gemacht. Bei den BMW International Open (26. bis 29. Juni) könnte die Aufholjagd weitergehen.

krä

insgesamt 8 Beiträge
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tim11q 16.06.2014
1. Leute!
Ist ja in Ordnung, wenn Ihr bei SPON niemanden habt, der was von Golf versteht. Ist ja auch nicht wirklich National-Sport. Aber die Fakten kann man doch wenigstens irgendwo richtig abschreiben: 1. Kaymer hat mit 8 Schlaegen Vorsprung gewonnen. Nicht mit 9. 2. Kaymar hatte keine so grossen Probleme mit seinem kurzen Spiel. Sondern er hatte sein Langes Spiel umgestellt, d.h. seinen Schwung veraendert. Das hat eine Weile gedauert, bis er es raus hatte. PS: Ich bin weder Golf-Experte noch Golf-Spieler, aber so was kann man wissen, wenn man sich ein bisschen interessiert...
cybion 16.06.2014
2. Weltstar - nur nicht in Deutschland
Der Verfasser des Artikels über Martin Kaymer zählt beim Thema Golf sicher nicht zu den Experten. Zunächst gewann Martin Kaymer mit 8 und nicht mit 9 Schlägen Vorsprung - dies würde im Fußball gegen den Rest der Weltelite vielleicht einem 12:0 entsprechen. Weiterhin wird der Hauptgrund seiner Weltranglisten-Auszeit nicht erwähnt. Martin Kaymer war mit einer fundamentalen Schwungumstellung bewußt den Weg durch das Erfolgstal gegangen, um als technisch kompletter Spieler zurückzukehren. US-Medien können nur staunen, wie wenig Beachtung er in D findet. Dort wurden die Titelseiten der deutschen Printmedien nach seinem historischen Turnierbeginn abgebildet - ohne eine sichtbare Notiz darüber. Auch wenn die Golf-Weltrangliste dies erst mit Verzögerung abbildet, wird er von allen Experten bei "golf.com" als wahre Nummer 1 bezeichnet. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Riesenleistung - noch dazu vor einem US-Publikum, das bei den wenigen schlechten Schlägen teilweise applaudierte.
kamelsardine 16.06.2014
3. Großes Kino!
Ein Artikel, von Faktenkenntnis unbelastet! Kaymer hatte acht Schläge Vorsprung, nicht neun. Zudem wäre es erwähnenswert, dass nicht nur Fowler zweiter wurde, sondern auch Eric. Compton, Empfänger von zwei Spenderherzen. Interessant die Behauptung, dass Kaymer wie zu besten Zeiten gechippt hat, obwohl er alles, was nur in der Nähe des Grüns war, geputtet hat. Selbst wenn zwischen Ball und Fahne ein Bunker lag. Aber was Kaymer abgeliefert hat, war ganz großes Kino und ich hoffe, dass der Forist, der Kaymer nach seinem 31. Platz beim Masters als Platzpatrone bezeichnet hat, seinen Hut (oder Golfcap) frisst.
tom-rossi 16.06.2014
4. Gratulation...
...zu diesem fulminanten Sieg ! Ich habe immer gewusst, dass er "wieder zurück kommen" wird. Er wird seinen Weg auch weiter gehen, dessen bin ich mir auch sicher...
nichtsreimtsichaufuschi 16.06.2014
5. Kann mich meinen Vorrednern
da nur anschließen...Wirklich viel Ahnung vom Golf kann der Autor nicht haben :-) Und wenn man es ganz genau nimmt, auch dieser Satz: "Der Platz hatte unter der extremen Sonneneinstrahlung gelitten, vor allem die Grüns waren in einem schwer zu spielenden Zustand" ist im grunde genommen schlecht recherchiert. Der Platz wurde umgebaut, diese "Waste-Areas" und auch trockene Flächen sowie die ultraschnellen Grüns sind genau so gewollt.
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