Hambüchens Clubkollege Turner Rjasanow tödlich verunglückt

Die Turnwelt trauert um Jurij Rjasanow: Der 22-jährige Russe ist bei einem Autounfall in der Nähe seiner Heimatstadt Wladimir ums Leben gekommen. Erst vor fünf Tagen hatte der Rivale und Vereinskollege von Fabian Hambüchen die WM-Bronzemedaille im Mehrkampf gewonnen.

Turner Rjasanow: Tödlicher Autounfall
dpa

Turner Rjasanow: Tödlicher Autounfall


Hamburg - Der russische Weltklasse-Turner Jurij Rjasanow wurde nur 22 Jahre alt. Rjasanow stieß um 12.50 Uhr in der Nähe seiner Heimatstadt Wladimir 200 Kilometer östlich von Moskau auf der Autobahn M7 mit seinem Chevrolet aus noch unbekannten Gründen mit einem entgegenkommenden Audi frontal zusammen - und kam dabei ums Leben. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax. Zwei Audi-Insassen seien verletzt worden.

Rjasanow war langjähriger Rivale des Mehrkampf-Europameisters Fabian Hambüchen. Er gewann 2007 und 2009 EM-Bronze im Mehrkampf und 2008 den EM-Titel mit dem russischen Team und galt als eines der größten Turntalente des Landes.

Rjasanow turnte in der Bundesliga bisher dreimal für Hambüchens Verein KTV Straubenhardt. "Es ist eine Katastrophe, das war ein Hammersportler", reagierte Wolfgang Hambüchen, der Vater und Trainer des deutschen Spitzenturners schockiert und fassungslos auf die Todes-Nachricht. "Jurij sprach zwar sehr wenig Englisch, aber er war ein sehr kommunikativer Mensch. Wir hatten zu ihm und seinem Trainer ein sehr gutes Verhältnis", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir sind alle völlig geschockt", sagte Horst Rapp, der Vorsitzende des Straubenhardter Fördervereins. "Er war ein toller Athlet, auf den wir in Zukunft gebaut hatten. Das ist so traurig, zutiefst traurig", sagte Rapp.

Rjasanow war vor seinem folgenschweren Unfall gerade auf dem Weg zur deutschen Botschaft nach Moskau, um sich dort das Visum für die Einreise nach Deutschland zu holen. Am Samstag wollte er im Bundesliga-Kampf seines Vereins beim NTT Hannover starten.

wit/dpa



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