Handball-Affäre Sponsoren des THW Kiel drohen mit Rückzug

Und wieder ein Rückschlag für den THW Kiel: Der Hauptsponsor will nach Informationen des SPIEGEL die Gremien des Vereins zum Rücktritt auffordern. Der Provinzial-Chef soll dem Club in der Manipulationsaffäre fehlenden Aufklärungswillen vorwerfen - und mit Rückzug drohen.

Hamburg - In der Manipulationsaffäre um angeblich gekaufte Champions-League-Spiele  droht dem Handball-Bundesligisten THW Kiel offenbar der Ausstieg des Hauptsponsors. Bei einem Treffen von Beirat, Kommanditisten und Gesellschaftern des Vereins an diesem Dienstag, wolle, so heißt es aus Kieler Kreisen, Ulrich Rüther, Chef der Provinzial-Versicherung, alle Gremien des Vereins zum Rücktritt auffordern.

Unterstützt werde er dabei offensichtlich von weiteren Sponsoren wie der Lottogesellschaft Schleswig-Holstein und der Kieler Sparkasse sowie anderen Geldgebern. Rüther fordere einen Neuanfang, weil er bei den Gesellschaftern keinen ernsthaften Aufklärungswillen erkennen könne. So ist der angeblich zurückgetretene Manager Uwe Schwenker, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt, weiterhin für den Club aktiv. Der Imageschaden für die Sponsoren sei nicht länger hinnehmbar, so heißt es.

Nach den Vorstellungen der Sponsoren müsse der THW künftig eine moderne Struktur bekommen und nicht länger wie ein Dorfverein geführt werden, in dem Beirat und Kommanditisten ohne Einfluss sind.

Falls die Gremien am Dienstag einer Selbstauflösung nicht zustimmen, will die Provinzial angeblich ihre Sponsortätigkeit zu Saisonende einstellen. Bisher bekommt der Verein jährlich 650.000 Euro von der Versicherung. Ein Champions-League-taugliches Team dürfte dann kaum finanzierbar sein. Provinzial-Chef Rüther wollte sich vergangenen Freitag auf Anfrage nicht äußern.

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