Handball-Champions-League Kiel demontiert Barcelona, HSV unterliegt in Spanien

Offensivhandball der Marke THW: Kiel siegte im Halbfinalhinspiel der Handball-Champions-League mit zehn Toren Unterschied gegen den FC Barcelona und steht vor dem erneuten Finaleinzug. Eine deutliche Niederlage kassierte der HSV Hamburg gegen Ciudad Real.


Hamburg - Mit einer Galavorstellung gegen den FC Barcelona hat der THW Kiel das Tor zum Finale der Handball-Champions-League weit aufgestoßen. Im Hinspiel der Vorschlussrunde besiegte der Titelverteidiger die Katalanen in eigener Halle verdient 41:31 (20:15) und verschaffte sich damit eine optimale Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Sonntag in Barcelona. Der HSV Hamburg dagegen verlor 27:34 (14:18) bei Ciudad Real und benötigt im Rückspiel einen deutlichen Erfolg für den Finaleinzug.

Kiels Schwede Ahlm: Nicht zu stoppen
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Kiels Schwede Ahlm: Nicht zu stoppen

In den drei bisherigen Duellen beider Clubs in der "Königsklasse" hatte der THW stets den Kürzeren gezogen. Dennoch haderten die Kieler nach der Partie sogar ein wenig. "Wir hätten sogar noch besser dastehen können. 13 bis 14 Tore Vorsprung wären möglich gewesen", sagte Nationalspieler Dominik Klein: "Aber wir wollen nicht unzufrieden sein - wer hat Barca schon mal 40 Tore eingeschenkt? Jetzt müssen wir im Rückspiel die gleiche Leidenschaft zeigen und dort durch die Hölle gehen."

Mit einer überragenden Leistung im Rückraum legten die Gastgeber vor 10.250 Zuschauern in ausverkaufter Halle den Grundstein für ihren Erfolg. Vor allem der tschechische Nationalspieler Filip Jicha war von der Abwehr der Gäste nicht zu stoppen und ragte mit neun Treffern als erfolgreichster Werfer heraus. Im ersten Durchgang überzeugte zudem der Franzose Nikola Karabatic als sechsfacher Torschütze, bis er wegen einer leichten Verletzung nach der Pause zum Zusehen gezwungen war.

Außerdem erwies sich Torwart Thierry Omeyer einmal mehr als sicherer Rückhalt seiner Mannschaft und entschärfte gleich zwei Dutzend Würfe der Spanier. In der gesamten Partie lagen die Kieler nur beim 0:1 in der ersten Spielminute kurzzeitig zurück. Danach dominierten sie die Partie gegen den siebenmaligen Champions-League-Sieger fast nach Belieben und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Spätestens ab Mitte der zweiten Spielhälfte wirkte Barcelona völlig konsterniert und hatte dem Angriffsfluss des THW nichts mehr entgegenzusetzen.

Der HSV Hamburg verlor sein Halbfinale beim spanischen Meister BM Ciudad Real mit sieben Toren Unterschied und hat damit im Rückspiel eine schlechte Ausgangsposition. Um bei der erstmaligen Champions-League-Teilnahme dennoch das Finale zu erreichen, ist im Rückspiel am kommenden Freitag ein Sieg mit mindestens acht Toren Vorsprung notwendig.

Bertrand Gille mit Brustpanzer

Gegen das spanische Star-Ensemble um Weltklasse-Kreisläufer Rolando Urios hielt der Tabellendritte der Bundesliga bis zum 12:13 gut mit, ehe sich Ciudad vor der Pause leicht absetzte. HSV-Trainer Martin Schwalb musste auf die beiden Nationalspieler Stefan Schröder (Kahnbeinbruch) und Torsten Jansen (Muskelfaserriss) verzichten. Mit von der Partie hingegen war Kreisläufer Bertrand Gille, der dank eines Brustpanzers trotz angebrochener Rippe hatte auflaufen können.

Für Ciudad Real war es bereits der fünfte Sieg im fünften Europacup-Vergleich dieser Saison gegen eine deutsche Mannschaft. Zuvor hatte der Titelfavorit bereits in der Vorrunde zweimal gegen die SG Flensburg-Handewitt und in der Hauptrunde zweimal gegen den VfL Gummersbach gewonnen.

fsc/sid/dpa



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