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20. Januar 2013, 17:19 Uhr

Handball

Deutschland bejubelt Einzug ins WM-Viertelfinale

Die Erfolgsstory der deutschen Handball-Nationalmannschaft bei der WM geht weiter. Im Achtelfinale setzte sich das Team souverän gegen Mazedonien durch. Dabei zeigte vor allem Torwart Silvio Heinevetter eine überragende Leistung. Doch nun wartet ein ganz schwerer Gegner.

Hamburg - Was ist denn da in Spanien los? Vor Beginn der Handball-Weltmeisterschaft galt die deutsche Nationalmannschaft als Kandidat für ein Vorrunden-Aus, nun steht sie im Viertelfinale. Im Achtelfinale gewann das Team von Bundestrainer Martin Heuberger gegen Mazedonien 28:23 (13:9). Bester Torschütze für das Team des Deutschen Handball-Bundes (DHB) war Stefan Kneer mit fünf Treffern.

Dass dieses Spiel ein besonderes werden würde, war schon nach dem ersten Angriff des deutschen Teams klar. Nicht nur, weil Oliver Roggisch zum 1:0 traf, denn der Abwehrchef wirft ja etwa so häufig Tore wie die Keeper. Es war auch noch ein Treffer per Tempogegenstoß, und, nun ja, Roggisch ist nicht gerade als Sprinter bekannt. Anschließend trafen noch Patrick Wiencek, Kevin Schmidt und Steffen Weinhold. 4:0 - Deutschland erwischte einen Traumstart.

Mazedonien fand zunächst keine spielerischen Mittel, um die aggressive deutsche Deckung zu knacken. In der achten Minute traf Filip Mirkulovski zum ersten Mal für den DHB-Gegner, eine Aufholjagd konnten die Mazedonier dennoch nicht starten. Weil hinter der deutschen Deckung Torwart Silvio Heinevetter einen starken Tag erwischte und mehrfach Würfe entschärfte.

Mazedonien nach dem Seitenwechsel bis auf zwei Tore dran

Über 6:2 (11. Minute) und 9:4 (18.) baute Deutschland seine Führung auf 11:5 (23.) aus. Mazedonien tat sich mit der Defensivarbeit auch deshalb schwer, weil sie gar nicht so genau wussten, gegen wen sie wie verteidigen sollten. Die ersten elf Treffer des DHB-Teams wurden von neun verschiedene Torschützen erzielt. Weil Deutschland sein hohes Tempo im Angriff aber nicht über 30 Minuten halten konnte, waren es zur Halbzeit "nur" vier Tore Vorsprung (13:9).

Nach dem Seitenwechsel spielte das DHB-Team dann weniger spektakulär, dafür aber clever. Mal waren es fünf Tore Vorsprung (15:10/33.), mal vier (17:13/38.), die Heubergers Mannschaft vorne lag. Selbst als Mazedonien bis auf zwei Tore herankam (18:16/43.) wurde die junge deutsche Mannschaft nicht nervös. Eine herausragende Parade von Heinevetter, dazu zwei Treffer von Tobias Reichmann und Schmidt - schon waren es wieder vier Tore Vorsprung (20:16/46.).

Anschließend entnervte vor allem Heinevetter die Mazedonier mit einer Glanztat nach der anderen. Und weil die deutsche Mannschaft ihre Chancen im Angriff konsequent nutzte, zog sie über 22:17 (51.) und 24:18 (52.) auf 26:18 (55.) davon. Am Ende feierte das DHB-Team einen verdienten Fünf-Tore-Sieg. "Ich bin wirklich erleichtert und sehr stolz auf diese Mannschaft. Sie hat ihre Arbeit auf dem Feld gemacht und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen", sagte Heuberger.

Im Viertelfinale trifft Deutschland nun am Mittwoch entweder auf Gastgeber Spanien, WM-Dritter 2011, oder Serbien, Vize-Europameister 2012. Diese beiden Teams bestreiten ihr Achtelfinale am Montag (19 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Ebenfalls fürs Viertelfinale qualifiziert sind Frankreich (30:28 gegen Island), Russland (27:26 gegen Brasilien) und Dänemark (30:23 gegen Tunesien).

Deutschland - Mazedonien 28:23 (13:9)
Deutschland:
Heinevetter, Lichtlein - Kneer (5), Wiencek (4), Schmidt (4/1), Weinhold (3), Pfahl (2), Haaß (2), Klein (2), Strobel (2), Roggisch (2), Reichmann (1), Groetzki (1), Theuerkauf, Christophersen, Fäth
Mazedonien: Ristovski, Mitrevski - K. Lazarov (8/2), F. Lazarov (3), Mojsovski (3), Manaskov (3), Georgievski (2), Temelkov (2), Mirkulovski (1), N. Markoski (1)
Schiedsrichter: Krstic/Ljubic (Slowenien)
Zeitstrafen: 4:5
Siebenmeter: 1/2:2/2
Zuschauer in Barcelona: 8200

ham/sid

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