Finalsieg gegen die Füchse Göppingen verteidigt den EHF-Pokal

In der Handball-Bundesliga in der Krise, im Europacup stark: Frisch Auf Göppingen hat im Endspiel des EHF-Pokals die Füchse Berlin besiegt. Deutsche Klubs haben eine beeindruckende Bilanz in dem Wettbewerb.

Lars Kaufmann
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Lars Kaufmann


Frisch Auf Göppingen hat den Titel im EHF-Pokal verteidigt. Im deutschen Finale des Europapokals setzte sich Göppingen in der eigenen Halle überraschend deutlich gegen die favorisierten Füchse Berlin durch und gewann 30:22 (15:13). In der Bundesliga steckt der Klub als Tabellenzwölfter in der Krise, im Europapokal ist Göppingen schon lange konstant erfolgreich: Seit 2011 war es bereits der vierte Titelgewinn im EHF-Pokal.

Deutsche Teams dominieren den Wettbewerb insgesamt bereits noch länger: In den vergangenen 14 Jahren stammte der Sieger nun 13-mal aus der Bundesliga. Im Jahr 2014 hatte Pick Szeged aus Ungarn triumphiert.

Bester Werfer der Göppinger im Finale war Ex-Nationalspieler Lars Kaufmann mit acht Toren. Für die Füchse, aktuell Vierter in der Liga, waren Hans Lindberg und Petar Nenadic mit je sieben Treffern am erfolgreichsten. Die Berliner verpassten nach dem Sieg 2015 somit ihren zweiten Triumph im EHF-Cup.

Göppingen, das sich im Halbfinale gegen Magdeburg durchgesetzt hatte, profitierte im Endspiel von den vielen technischen Fehlern der Füchse. Zudem entschärfte Keeper Primoz Prost vor allem im zweiten Abschnitt wichtige Bälle.

Berlin startet gut, verliert dann aber den Anschluss

Berlin, das im Halbfinale noch 35:24 gegen den französischen Vizemeister St. Raphael gewonnen hatte, erwischte zwar den besseren Start in die Partie und führte schnell 5:2. Doch Göppingen kämpfte sich in die Partie und übernahm nach 20 Minuten die Kontrolle. Füchse-Keeper Silvio Heinevetter zeigte zwar einige sehenswerte Paraden, aber auch er konnte sein Team nicht im Spiel halten.

Im zweiten Abschnitt ließ die Qualität im Spiel der Füchse immer weiter nach. Sie agierten fahrig und kamen gegen die aggressive Göppinger Deckung kaum noch zum Abschluss. Spätestens beim 28:20 fünf Minuten vor dem Ende war das Spiel praktisch entschieden.

Auch die Bronzemedaille holte sich ein deutsches Team: Magdeburg, Bundesliga-Fünfter hatte sich vor dem Finale im Spiel um den dritten Platz 32:31 nach Siebenmeterwerfen gegen St. Raphael durchgesetzt. Beim Final Four in der Champions League fehlten deutsche Teams hingegen.

aev/dpa/sid



insgesamt 2 Beiträge
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Tdf 22.05.2017
1. Soso
Hieran erkennt man ja, dass die deutsche Liga zurecht als die stärkste der Welt bezeichnet wird, weil es eben nicht nur eine überlegende Mannschaft gibt, die keine Konkurrenz für die nationalen Titel hat und ausschließlich für den Sieg in der Championsleague einen Edelkader pflegen, wie etwa in Frankreich (PSG), Spanien (Barcelona) oder die osteuropäischen Länder (Veszprem und Kielce), sondern mehrere Vereine auf hohem Niveau.
hibee 22.05.2017
2. Wahnsinn
Wer die Grün-Weißen in den letzten Wochen gesehen hat, konnte sich nicht vorstellen, wie man den EHF Pokal verteidigen könnte. Ein überragender Prost, ein reaktivierter Co-Trainer und ein im Finale überragender Lars Kauffmann und ein euphorisches Heimpublikum machten die Sensation möglich. Nie hätte ich gedacht, dass man den SC Magdeburg oder die Füchse nach dieser bisher katastrophalen BL Saison schlagen könnte - umso schöner dass es geklappt hat.
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