Handball-EM Deutschland kassiert Niederlage gegen Dänemark

Erste Chance vertan: Gegen Dänemark hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft die zweite Niederlage bei der EM in Serbien hinnehmen müssen - und damit den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale verpasst. Besonders die Abwehr und der angeschlagene Kapitän enttäuschten.

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Hamburg - Die deutsche Handball-Nationalmannschaft muss bei der EM in Serbien weiter um den Einzug ins Halbfinale bangen. Nach dem Unentschieden im ersten Hauptrundenspiel gegen Serbien verlor die Mannschaft von Trainer Martin Heuberger gegen Dänemark 26:28 (14:17).

Damit kommt es am Mittwoch (16.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Polen zum entscheidenden Spiel um einen Platz im EM-Halbfinale - Deutschland braucht einen Sieg zum Einzug in die K.o.-Runde. Beste deutsche Torschützen gegen Dänemark waren Uwe Gensheimer, Christoph Teuerkauf, Michael Haaß und Lars Kaufmann mit jeweils vier Treffern.

"Dänemark ist nicht umsonst Vizeweltmeister, das ist eine ganz ausgebuffte Mannschaft. Wir waren einfach nicht clever genug", sagte Bundestrainer Heuberger. "Das war der erste Matchball, eine Chance haben wir noch. Vielleicht wäre nur eine Chance besser gewesen. Jetzt haben wir die Situation, die wir vermeiden wollten", sagte Haaß.

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Niederlage gegen Dänemark: Deutschland vergibt die erste Chance
Deutschland erwischte in Belgrad einen Traumstart. Nach sechs Minuten führte die Mannschaft von Trainer Martin Heuberger 5:1, nach zehn Minuten 6:3. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt glänzte DHB-Torhüter Silvio Heinevetter immer wieder mit starken Paraden.

Doch nur drei Minuten später gelang Dänemark durch Lauge Schmidt der 6:6-Ausgleich. Vor der Partie war der Einsatz von Pascal Hens wegen Magenproblemen fraglich gewesen. Aber der DHB-Kapitän stand von Beginn auf der Platte, kam aber nicht gut ins Spiel, vergab Wurf um Wurf. Nach 20 Minuten hatte Heuberger ein Einsehen und brachte Kaufmann für Hens. Auf die Frage, wie er selbst seine Leistung einschätze, antwortete Hens nach der Partie lapidar: "Scheiße."

Gensheimer vergibt in der Schlussphase gute Chancen

In dieser Phase hatte sich ein ausgeglichenes Duell entwickelt, keines der Teams konnte sich mit mehr als drei Toren absetzen, jedoch führten nun meist die Dänen. Mit einem 14:17-Rückstand ging Deutschland in die Halbzeitpause.

Auch in der zweiten Hälfte tat sich besonders die deutsche Defensive schwer, Dänemark wurde im Angriff kaum gestört. Nur mit Mühe konnte die deutsche Mannschaft den Rückstand zwischen vier oder fünf Toren halten - vor allem dank Kaufmann, der immer wieder aus dem Rückraum zum Wurf kam.

Nach 48 gespielten Minuten brachte Gensheimer Deutschland mit einem per Dreher verwandelten Siebenmeter wieder bis auf ein Tor (23:24) an den WM-Zweiten von 2011 heran. Dänemarks Superstar Mikkel Hansen erhöhte jedoch umgehend wieder auf 25:23. In der Schlussphase scheiterten die Deutschen immer wieder an Torhüter Niklas Landin.

Drei Minuten vor dem Ende versuchte das DHB-Team, in Überzahl eine Aufholjagd zu starten. Gensheimer scheiterte frei vor Landin mit einem Heber, Kaufmann traf zum 25:27. Anders Eggert verwandelte einen Siebenmeter gegen Christian Lichtlein, Gensheimer scheiterte vom Punkt gegen Landin, am Ende feierte Dänemark den verdienten 28:26-Sieg.

Dänemark - Deutschland 28:26 (17:14)
Dänemark:
Cleverly, Landin Jacobsen - Spellerberg, Mogensen (4 Tore), M. Christiansen, Lauge (1), Markussen (2), Nielsen, Söndergaard Sarup (2), M. Hansen (4) - Svan Hansen, Lindberg (5/1 Siebenmeter), L. Christiansen, Eggert Jensen (7/2) - R. Toft Hansen (2), H. Toft Hansen (1)
Deutschland: Lichtlein, Heinevetter - Christophersen, Glandorf (3), Pfahl, Hens, Haaß (4), Kaufmann (4) - Klein (2), Gensheimer (4/2), Sprenger (3), Groetzki - Theuerkauf (4), Wiencek (2), Roggisch
Siebenmeter: 3/3 : 3/2 - Strafminuten: 4:6
Schiedsrichter: Krstic/Ljubic (Slowenien/Slowenien)

luk/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
juergene_mg 23.01.2012
1. Danke Lieber Handball Bundestrainer
Vielen Dank Herr Heuberger! Wir haben heute gegen Dänemark gespielt; wir haben zu Beginn deutlich geführt. Dann kamen die Minuten (gefühlte Stunden), die Pascal Hens auf dem Parkett verweilen durfen. Ab der achten, neunten Minute wurde es für nahezu jeden Handball Kenner unerträglich zu sehen, wie der Mann mit dem Irokesen-Design daher stolperte; er stolperte nach vorne, er stolperte da hinten. Und seine Würfe..alle Dänen haben sich köstlich amüsiert. Jeder normale Trainer hätten ihn spätestens nach der zehnten, allerspätestens nach der zwölften Minute rausgenommen. Nur Herr Heuberger nicht. Er hat den guten Pascal solange spielen lassen bis die Dänen das Spiel gedreht hatten. Vielen Dank Herr Heuberger. Anscheinend hatten sie auch Angst ihn "so" rauszunehmen; eine Auszeit musste her, um Pascal Hens auf die Bank zu bringen. Das war dann irgendwie unauffälliger. Neben diesem unglaublichen Missgriff frage ich mich auch, worin der Sinn besteht einen Bundestrainer wirken zulassen, den nicht jeder verstehen kann - Stichwort Hochdeutsch. Wenn er schon kein verständliches Deutsch spricht, dann sollte er wenigstens überdurchschnittliche Kenntnisse vom Handball haben. Diese Niederlage war völlig unnötig! Unterm Strich hat es keinem was gebracht – auch und gerade nicht Pascal Hens.
wolfman11 23.01.2012
2. Kirche im Dorf
Zitat von sysopErste Chance vertan: Gegen Dänemark hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft die zweite Niederlage bei der EM in Serbien hinnehmen müssen - und damit den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale verpasst. Besonders die Abwehr und der angeschlagene Kapitän enttäuschten. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,810954,00.html
... sicher, man hätte das Spiel nicht verlieren müssen ... aber der Gegener war immerhin nicht irgendwer ... und es wäre schön, wenn der Schreibende und Kommentierende Teil der Journaille Pascal Hens vielleicht mal langsam einfach in Ruhe lässt. Dann wird er auch wieder zu sich selbst finden. Man kann einen Spieler - der im Moment bestimmt seine Probleme hat - auch in die Krise quatschen. Lasst uns die Daumen drücken, dass wir gegen Polen gewinnen.
Abstruso 23.01.2012
3.
Zitat von juergene_mgVielen Dank Herr Heuberger! Wir haben heute gegen Dänemark gespielt; wir haben zu Beginn deutlich geführt. Dann kamen die Minuten (gefühlte Stunden), die Pascal Hens auf dem Parkett verweilen durfen. Ab der achten, neunten Minute wurde es für nahezu jeden Handball Kenner unerträglich zu sehen, wie der Mann mit dem Irokesen-Design daher stolperte; er stolperte nach vorne, er stolperte da hinten. Und seine Würfe..alle Dänen haben sich köstlich amüsiert. Jeder normale Trainer hätten ihn spätestens nach der zehnten, allerspätestens nach der zwölften Minute rausgenommen. Nur Herr Heuberger nicht. Er hat den guten Pascal solange spielen lassen bis die Dänen das Spiel gedreht hatten. Vielen Dank Herr Heuberger. Anscheinend hatten sie auch Angst ihn "so" rauszunehmen; eine Auszeit musste her, um Pascal Hens auf die Bank zu bringen. Das war dann irgendwie unauffälliger. Neben diesem unglaublichen Missgriff frage ich mich auch, worin der Sinn besteht einen Bundestrainer wirken zulassen, den nicht jeder verstehen kann - Stichwort Hochdeutsch. Wenn er schon kein verständliches Deutsch spricht, dann sollte er wenigstens überdurchschnittliche Kenntnisse vom Handball haben. Diese Niederlage war völlig unnötig! Unterm Strich hat es keinem was gebracht – auch und gerade nicht Pascal Hens.
Mit dem Dank sollten wir warten bis zur Olympiaqualifikation! ;) Bis dahin können wir uns freuen, dass es dem Bundestrainer gelungen ist, eine schlagkräftige Truppe aufs Parkett zu schicken, die immer noch gute Chancen auf das Erreichen des Halbfinales hat. Bei den letzten Top-Events war Deutschland - unter Mr.Handball - im Schnitt Zehnter (Olympia 9./WM 11./EM 10.), während Heuberger als verantwortlicher Trainer 2x Juniorenweltmeister (2009/2011) wurde!! Zum Thema Hochdeutsch und Handballnationalmannschaft fallen mir jetzt spontan Petre Ivănescu und Vlado Stenzel ein. :) +1
magicw 23.01.2012
4. Hens
Zitat von sysopErste Chance vertan: Gegen Dänemark hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft die zweite Niederlage bei der EM in Serbien hinnehmen müssen - und damit den vorzeitigen Einzug ins Halbfinale verpasst. Besonders die Abwehr und der angeschlagene Kapitän enttäuschten. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,810954,00.html
Da schafft es die Truppe wider aller Erwartungen heute schon die Chance zu haben das Halbfinale klar zu machen - und was macht der Trainer? Er bringt Pascal Hens; den Spieler über den seit Tagen geschrieben wird, wie stark er doch seine Rolle ausfüllt. Auf der Bank. Es ist mir völlig unverständlich, was das sollte.
pompelmo 23.01.2012
5. Schade...
Schade, Deutschland hat gut mitgehalten, der Einsatz und die Leistung haben gestimmt. Ich finde es unfair, die Niederlage jetzt an Hens oder Heuberger festzumachen, das hat heute nicht den Ausschlag gegeben. Dänemark war einfach besser, schneller, cleverer, das muss man neidlos anerkennen. Und gegen die Dänen darf man mal verlieren, das ist keine Schande, zumal es bis 2 min vor Schluss noch recht knapp war. Egal, die Polen haben sich bei dieser EM bisher nicht in besonders guter Form gezeigt und wenn die deutsche Mannschaft ihr Niveau hält, sollten sie das nächste Spiel gewinnen können. Und dann ist diese Niederlage in zwei Tagen schon wieder vergessen.
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