Handball-EM Deutschland verblüfft gegen den Weltmeister

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist mit einem Achtungserfolg in die Europameisterschaft gestartet. Gegen Weltmeister Spanien schlug sich das Team von Trainer Heiner Brand famos – und hat schon gute Chancen aufs Weiterkommen.


Basel - Die Deutschen erreichten ein 31:31 (16:15) gegen Spanien. Mit einem Erfolg im kommenden Vorrundenspiel der Gruppe B am Samstag gegen EM-Neuling Slowakei könnte sich die Mannschaft von Trainer Brand schon vorzeitig für die Hauptrunde qualifizieren. Die Slowaken verloren das zweite Gruppenspiel gegen Frankreich klar 21:35 (9:19). Vor 5300 Zuschauern in der St. Baseler Jakobshalle überragten Pascal Hens (8 Tore/Hamburg) und Christian Zeitz (6/Kiel) als beste Werfer. Kurz vor Schluss hatte die deutsche Mannschaft sogar noch 31:29 geführt.

Nationalspieler Hens: "Ich bin enttäuscht"
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Nationalspieler Hens: "Ich bin enttäuscht"

"Hochachtung vor der Mannschaft, was sie heute geleistet hat, war famos. Die Mannschaft hat im richtigen Moment Moral gezeigt und nach einem miserablen Anfang überzeugt und eine Trotzreaktion gezeigt. Man hat aber gesehen, dass unsere Möglichkeiten begrenzt sind", sagte Brand. Die als Außenseiter gestartete Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB), hatte einen schlechten Start und lag nach fünf Minuten bereits mit 0:5 Toren in Rückstand. Erst nach 311 Sekunden gelang Kreisläufer Andrej Klimowets (Östringen) der erste deutsche Treffer.

Aber auch danach hatte der Titelverteidiger seine Mühe gegen die offensive Deckung der Spanier, fand aber über eine stetig stärker werdende Defensive vor dem aufmerksamen Keeper Henning Fritz (Kiel) immer besser ins Spiel. Nicht zuletzt, weil der auch ohne Spielmacher Oleg Velyky (Kreuzbandriss/Östringen) gut harmonierende Rückraum spielerische Akzente setzte. Selbst der unter hartnäckigen Magen-Darm-Beschwerden leidende Zeitz biss auf die Zähne und schaffte Lücken, von denen insbesondere Hens im linken Rückraum profitierte.

Der 25-Jährige war es auch, der für die erste Zwei-Tore-Führung (14:12/25. Minute) für die deutsche Mannschaft sorgte. Mit großem kämpferischen Einsatz machte das DHB-Team nach dem Wechsel auch zwischenzeitliche Rückstände wett und führte sogar mit 24:21 (43.). Auch in der Folge zeigte sich die deutsche Auswahl nervenstark, konnte am Ende den Sieg aber nicht über die Zeit bringen. "Ich bin enttäuscht, dass wir noch einen Punkt abgegeben haben", sagte Hens.

Für Gastgeber Schweiz und den ehemaligen deutschen Bundestrainer Arno Ehret hat die EM dagegen mit einem Fehlstart begonnen. Die Schweizer verloren ihr Auftaktspiel in der Gruppe A vor 3500 Zuschauern in St. Gallen mit 25:29 (13:16) gegen Vize-Europameister Slowenien. Tabellenführer ist Polen nach einem 33:24 (19:13) über die Ukraine.

Deutschland - Spanien 31:31 (16:15)
Deutschland: Fritz (THW Kiel), Bitter (SC Magdeburg) - Hens (HSV Hamburg/9 Tore), von Behren (VfL Gummersbach/3), Roggisch (SC Magdeburg), Preiß (TBV Lemgo/2), Hegemann (VfL Gummersbach), Kraus (Frisch Auf Göppingen/2), Zeitz (THW Kiel/6), Jansen (HSV Hamburg/1), Klimowets (SG Kronau/Östringen/5), Kehrmann (TBV Lemgo/3/1), Sprenger (SC Magdeburg), Michel (Frisch Auf Göppingen)
Spanien: Urios 6, Rocas 6/2, Romero 6/4, Davis 4, Alberto Entrerrios 3, Garcia 2/1, Garabaya 1, Belaustegui 1, Fis 1, Perez 1
Schiedsrichter: La Cour Laursen/Nielsen (Dänemark)
Zuschauer: 5300
Strafminuten: 10/4



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