Handball-EM Fehlstart der Brand-Schützlinge

Bis kurz vor Schluss war für die deutsche Handball-Nationalmannschaft zumindest noch der Ausgleich greifbar. Doch nach einer insgesamt enttäuschenden Leistung verlor das Team von Bundestrainer Heiner Brand, Vizeeuropameister von 2002 verdient das erste EM-Spiel gegen Serbien-Montenegro mit 26:28.


Bundestrainer Heiner Brand: Ratlos ob der enttäuschenden Leistung seiner Mannschaft
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Bundestrainer Heiner Brand: Ratlos ob der enttäuschenden Leistung seiner Mannschaft

Koper - Auf Grund einer desolaten Angriffsleistung haben die deutschen Handballer im Auftaktspiel bei der Europameisterschaft in Slowenien eine deprimierende Niederlage erlitten. Nach der 26:28 (10:12)-Niederlage am Donnerstagabend in Koper muss der WM-Zweite um das Erreichen der Hauptrunde bangen. Beste Werfer im deutschen Team vor rund 2500 Zuschauern waren Daniel Stephan (Lemgo/5/1) und Torsten Jansen (Hamburg/8).

In ihrem zweiten Spiel der Vorrundengruppe D steht der EM-Zweite am Freitag (20.30 Uhr/DSF) gegen Polen bereits unter großem Erfolgsdruck. Zum Abschluss trifft die DHB-Auswahl am Sonntag auf den WM-Dritten Frankreich, der zuvor gegen Polen mit 29:25 gewonnen hatte. "Serbien-Montenegro hat uns in der Abwehr den Schneid abgekauft. Das Spiel haben wir im Angriff verloren", sagte DHB-Sportdirektor Peter Sichelschmidt.

Bundestrainer Heiner Brand sah es genauso: "Wenn man so viele Chancen vergibt, dann verliert die Abwehr irgendwann auch ihre Sicherheit. Wir haben zu wenig Druck aus dem Rückraum gemacht, sind zu lasch ins Spiel gegangen. Die Serben haben verdient gewonnen. Wir haben eine insgesamt enttäuschende Vorstellung gegeben."

Fehler zogen sich wie ein roter Faden durch das Spiel

In dem wie erwartet bissig geführten Duell geriet die deutsche Mannschaft mit 0:2 (5.) in Rückstand. Wie ein roter Faden zogen sich die leichten Fehler im Angriff durch die erste Halbzeit. Latten- und Pfostentreffer sowie Abspiel- und Fangfehler führten immer wieder zu Ballverlusten. Doch wie schon bei den Vorbereitungsspielen gegen Russland war Torhüter Henning Fritz (THW Kiel) ein sicherer Rückhalt. Dank seiner zahlreichen Paraden hielt die DHB-Auswahl den Rückstand gering und kam beim 7:6 (19.) zur einzigen Führung im ersten Durchgang.

"Spiele gewinnt man aus der Abwehr und wenn man weniger Fehler macht als die anderen", sagte Bundestrainer Brand. Doch bis zur 10:12-Pausenstand produzierten die Deutschen die meisten Fehler. Unglücklich agierte auch Kapitän und Spielmacher Markus Baur, der an seinem 33. Geburtstag keine zündenden Ideen im Angriffsspiel produzierte. Auch sein Lemgoer Vereinskamerad Florian Kehrmann traf bei acht Versuchen nur zweimal.

Auch in der zweiten Halbzeit ohne Schwung aus

Auch im zweiten Abschnitt hatte der WM-Zweite den hoch motivierten früheren Jugoslawen zu wenig entgegen zu setzen. "Wir haben gelernt, die Fehler zu reduzieren und haben die Deckung stabilisiert", hatte Rückraumspieler Volker Zerbe vor der Partie noch gesagt. Bei der Umsetzung haperte es bedenklich. Durch die Ballverluste im Angriff konnten die Serben und Montenegriner zahlreiche Konter laufen und setzten sich auf 17:13 (38.) ab.

Selbst beste Gelegenheiten konnten die deutschen Spieler nicht in Torerfolge umsetzen. Verwarfen sie die Bälle nicht, scheiterten sie am gegnerischen Torwart Dejan Peric. Die Serben und Montenegriner hingegen gaben sich kaum eine Blöße, auch wenn der in der zweiten Hälfte für Fritz eingewechselte Christian Ramota (TBV Lemgo) mehrere Chancen vereitelte. Über 15:20 (44.) geriet die DHB-Auswahl zwischenzeitlich sogar mit 17:23 (48.) ins Hintertreffen.



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