Handball Flensburg besiegt Kiel in Meistermanier

Die Handballer der SG Flensburg-Handewitt stehen vor ihrem ersten Meistertitel. Im Spitzenspiel gegen den ewigen Rivalen THW Kiel präsentierte sich die Mannschaft von Kent-Harry Andersson in herausragender Verfassung und baute den Vorsprung in der Tabelle auf vier Punkte aus.


Flensburgs Keeper Jan Holpert: 17 Paraden
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Flensburgs Keeper Jan Holpert: 17 Paraden

Flensburg - Die SG Flensburg-Handewitt hat in der Handball-Bundeliga auf dem Weg zum ersten Meistertitel für eine Vorentscheidung gesorgt. Im Nord-Derby bezwang der Spitzenreiter den THW Kiel als seinen bisher schärfsten Verfolger mit 32:27 (17:12). Fünf Spieltage vor Saisonende baute der Pokalsieger damit seinen Vorsprung nach Pluspunkten auf vier Zähler aus. Fünf Zähler zurück liegt der SC Magdeburg, der mit einem 28:25 (17:14)-Erfolg über den TV Großwallstadt wieder an Meister TBV Lemgo vorbei auf Rang drei kletterte. Der Titelverteidiger unterlag am Ostersonntag beim HSV Hamburg mit 27:29.

In Flensburg war die die Partie praktisch bereits Mitte der zweiten Halbzeit entschieden, als die überlegenen Gastgeber zwischenzeitlich mit sieben Toren vorn lagen. Der THW, der zu keiner Zeit an sein souveränes Spiel der vergangenen Wochen anknüpfen konnte, verlor damit bereits zum fünften Mal in Folge gegen den Nordrivalen. Selbst bei zwei doppelten Überzahlspielen im zweiten Durchgang konnten die Kieler den Rückstand nicht entscheidend verkürzen.

Von Beginn an lagen die Hausherren vor mit 6000 Zuschauern ausverkauftem Haus in Front. Bereits nach sechs Minuten hatten die Flensburger einen Drei-Tore-Vorsprung (4:1) heraus geworfen. Allerdings konnte die SG in der Folgezeit trotz dreier Überzahlspiele nicht entscheidend davonziehen. Erst mit dem Pausenpfiff ging das Team von Trainer Kent-Harry Andersson erstmals mit fünf Toren in Front.

"Im direkten Vergleich mit Kiel war das Ergebnis heute vier Punkte wert“, freute sich Andersson. "Die SG ist auf allen Positionen super besetzt, wir waren zu statisch“, musste Kiels Manager Uwe Schwenker in seiner Analyse zugeben.

Überragender Keeper Holpert

Eine Kuriosität ereignete sich Ende der ersten Spielhälfte, als zweieinhalb Minuten vor der Pause das Licht in der Campushalle ausfiel. Im Halbdunkel verloren die Kieler etwas die Übersicht und nach drei vergebenen Chancen auch den Anschluss. "Wir waren irritiert und wollten schnell weiter spielen, die SG lieber noch abwarten“, so Schwenker, der die Unterbrechung aber nicht als Spiel entscheidend werten wollte.

Ein Garant des Erfolgs war Flensburgs Torwart Jan Holpert, der mit 17 Paraden, darunter vier gehaltene Siebenmeter, den Vergleich mit seinem Gegenüber Henning Fritz (acht Paraden) deutlich für sich entschied. Bester SG-Werfer war Sören Stryger mit sechs Toren. Für den THW trafen Stefan Lövgren und Johan Pettersson ebenfalls sechsmal.



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