Kieler Handball-Prozess Gericht spricht Schwenker erneut frei

Der Prozess gegen den Ex-Manager des THW Kiel ist endgültig beendet: Uwe Schwenker wurde auch im letzten noch offenen Anklagepunkt freigesprochen. In dem Revisionsverfahren hatte es keine neuen Erkenntnisse gegeben. Die anklagende Staatsanwaltschaft plädierte selbst für Freispruch.

Ex-THW-Manager Schwenker (l., Archivbild): Keine neuen Erkenntnisse
dapd

Ex-THW-Manager Schwenker (l., Archivbild): Keine neuen Erkenntnisse


Hamburg - Vier Jahre nach Beginn der Ermittlungen gegen Uwe Schwenker ist der frühere Manager des deutschen Handball-Rekordmeisters THW Kiel auch im letzten noch offenen Anklagepunkt freigesprochen worden. Das Kieler Landgericht bestätigte im Revisions-Prozess das Urteil aus dem Januar 2012. Schwenker war Untreue vorgeworfen worden.

Damit ist der 54-Jährige nun vollständig entlastet. Das schnelle Ende überrascht mich doch, aber ich habe nichts anderes erwartet", sagte Schwenker, der nun auf eine Rückkehr in den Handball hofft: "Ich bin ein Kind des Handballs, doch ich hatte mir vorgenommen, diese Sache erstmal zu Ende zu bringen."

Die anklagende Staatsanwaltschaft hatte am Ende ihres einstündigen Plädoyers am Mittwoch selbst für Freispruch votiert. Es sei kein Nachweis der Untreue gefunden worden, sagte Oberstaatsanwalt Axel Goos. Schwenker-Verteidiger Michael Gubitz verzichtete daraufhin auf sein Plädoyer. Vom Vorwurf der Bestechung und der Manipulation von Spielen in der Champions League war Schwenker bereits im Januar 2012 freigesprochen worden.

Im neuen Verfahren hatte die Frage geklärt werden sollen, ob sich Schwenker wegen eines 60.000-Euro-Darlehens an den ehemaligen THW-Trainer Zvonimir Serdarusic der Untreue schuldig gemacht hat. Das Darlehen aus dem Frühjahr 2008 war nicht in der Bilanz des THW Kiel aufgetaucht. In den fünf Verhandlungstagen hatte es keine neuen Erkenntnisse gegeben.

Der Staatsanwalt hatte zuvor Beweisanträge eingebracht, die vom Gericht abgelehnt wurden. Die Kammer verzichtete darauf, Serdarusic wegen seines umfassenden Aussageverweigerungsrechtes zu laden. Das sei "ein ungeeignetes Beweismittel", sagte Richter Andrej Gabler.

max/sid/dpa

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appenzella 10.04.2013
1. Mr. THW
das ist eine gute Nachricht für alle Handballfreunde und alle diejenigen, die dem untadeligen Sportsmann Uwe Schwenker so etwas nie zugetraut hatten. Darüber hinaus und unabhängig davon muß man zugestehen, daß der Aufschwung des THW Kiel mit der Übernahme des Mangerpostens wohl nicht nur zeitlich zusammenhängt. Meinen Glückwunsch, Herr Schwenker, und bleiben Sie dem Handball bitte recht lange erhalte.
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