Handball Lemgo fühlt sich gegen den HSV um Punkt betrogen

Dramatische Schlussphase im Bundesliga-Spiel zwischen Hamburg und Lemgo: Die Gäste kritisierten, dass der entscheidende Treffer des HSV nicht hätte zählen dürfen - das Spiel sei bereits abgepfiffen worden. Zuvor hatten sie in den letzten zehn Minuten einen Neun-Tore-Rückstand aufgeholt.

Jubelnde HSV-Spieler: Siegtreffer, der für Diskussionen sorgte
dpa

Jubelnde HSV-Spieler: Siegtreffer, der für Diskussionen sorgte


Hamburg - Nach dem 32:31 (17:10)-Sieg von Vizemeister HSV Hamburg gegen den TBV Lemgo äußerten die Gäste schwere Anschuldigungen gegen die Schiedsrichter. Sie werfen ihnen gleich mehrere Fehlentscheidungen in den Schlusssekunden vor. Zum einen hätte der Siegtreffer von Krzysztof Lijewski in der Schlussminute nicht zählen dürfen, da angeblich ein Pfiff ertönt sei. "Es war so deutlich ein Pfiff zu hören, dass es mir ein Rätsel ist, wie so etwas unter den Tisch fallen gelassen wird", sagte TBV-Manager Volker Zerbe nach dem Spiel.

Zudem kritisierten Lemgos Verantwortliche, dass TBV-Rechtsaußen Florian Kehrmann auf dem Weg zum 31:31 gefoult worden sei. "Die korrekte Entscheidung wäre gewesen: Ausgleich für uns, Time-out, Zeitstrafe gegen Hamburg und keine schnelle Mitte", erklärte Mudrow. So aber folgte ein schneller Anwurf der Hamburger, der zum Siegtreffer führte. Doch beim Anpfiff soll sich ein HSV-Spieler in der Lemgoer Hälfte befunden haben. "Die Schiedsrichter haben 59 Minuten gut gepfiffen, eine Minute schlecht", sagte Lemgos Trainer Volker Mudrow.

Auch beim HSV waren die Verantwortlichen trotz des Sieges unzufrieden. Trainer Martin Schwalb bemängelte die Leistung seiner Spieler, die am Ende fast einen Neun-Tore-Vorsprung verspielten. "Wir haben 50 Minuten überragend gespielt, aber in der Schlussphase den Ball nur noch weggeschmissen und Gegenstöße kassiert. Am Ende hatten wir einfach ein Schweineglück", sagte Hamburgs Rechtsaußen Hans Lindberg, der vor 12.810 Zuschauern gemeinsam mit Blazenko Lackovic mit jeweils sechs Toren bester HSV-Werfer war. "Wir haben mehrere Fehler gleichzeitig gemacht. Das darf nicht passieren", sagte Schwalb.

Während der TBV (30:18 Punkte) im Rennen um die Europacup-Plätze einen Rückschlag erlitt und den Sprung auf Rang fünf verpasste, liegt der HSV mit 45:5 Punkten weiter vor Titelverteidiger Kiel (40:6).

jar/sid



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