Handball-Manipulationsskandal Neue Zeugen im THW-Prozess

Brisante Vorladungen im Bestechungsskandal um den THW Kiel: Im Prozess gegen Ex-Manager Uwe Schwenker und Ex-Trainer Zvonimir Serdarusic muss ein kroatischer Geschäftsmann in den Zeugenstand. Er soll den Schiedsrichtern vor dem Champions-League-Finale 2007 das Bestechungsgeld übergeben haben.
Ex-THW-Manager Schwenker: Vorwurf der Untreue und Bestechung

Ex-THW-Manager Schwenker: Vorwurf der Untreue und Bestechung

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images

Das Landgericht Kiel wird im Prozess um das mutmaßlich verschobene Finale der Handball-Champions-League 2007 auch die beiden möglicherweise bestochenen Schiedsrichter des Rückspiels vorladen. Miroslaw Baum und Marek Goralczyk aus Polen, die die zweite Partie zwischen dem siegenreichen THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt leiteten, müssen Ende Oktober in den Zeugenstand. Das war zunächst nicht vorgesehen.

Der Richter, der die Verhandlung ursprünglich leiten sollte, erkrankte, weshalb der Prozess verschoben werden musste. Der neue Richter hat die Zeugenliste nun erweitert. Eine Vorladung erhielt auch der kroatische Geschäftsmann Nenad Volarevic, der den polnischen Schiedsrichtern Schmiergeld übergeben haben soll.

Im Zentrum des Prozesses stehen der Ex-Manager des THW, Uwe Schwenker, und Kiels ehemaliger Trainer Zvonimir Serdarusic. Beiden Angeklagten wird vorgeworfen, den Finalsieg durch die Bestechung der Schiedsrichter mit knapp 60.000 Euro gekauft zu haben. Nach dem 28:28 im Hinspiel in Flensburg gewann der THW das Rückspiel zu Hause 29:27.

Schwenker und Serdarusic müssen sich wegen Untreue und der Beihilfe zur Untreue verantworten, außerdem wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr. Alle Beteiligten bestreiten die Vorwürfe. Der Prozess vor dem Landgericht Kiel beginnt am 21. September.

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