Handball-Prozess Strafen für Schwenker und Serdarusic gefordert

Im Kieler Handball-Prozess hat die Anklage ihre Forderungen gegen Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic vorgebracht. Sie fordert Geld- und Bewährungsstrafen für die Beschuldigten. Allerdings kam Ex-Trainer Serdarusic im Plädoyer glimpflicher davon als der ehemalige Manager.
Ehemaliger THW-Manager Schwenker (r.), Ex-Coach Serdarusic: Vorwurf der Bestechung

Ehemaliger THW-Manager Schwenker (r.), Ex-Coach Serdarusic: Vorwurf der Bestechung

Foto: Philipp Guelland/ dpa

Hamburg - Im Handball-Prozess gegen den früheren Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker, und den Ex-Coach des Clubs, Zvonimir Serdarusic, hat die Anklage Freiheits- und Geldstrafen gefordert. Für Schwenker beantragte Staatsanwalt Axel Goos vor der 5. Strafkammer des Landgerichts Kiel eine Freiheitsstrafe von 18 Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Zudem soll der 52-Jährige eine Geldstrafe von 14.400 Euro sowie 25.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.

Goos sieht die Straftatbestände der Bestechung im geschäftlichen Verkehr, des Betrugs und der Untreue als erfüllt an. Dies gilt auch für Serdarusic, dem vom Staatsanwalt im Anklagepunkt der Untreue jedoch nur Beihilfe vorgeworfen wird. Daher forderte er für den 61-Jährigen eine 17-monatige Freiheitsstrafe, ebenfalls zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, sowie eine Geldstrafe in Höhe von 9000 Euro und eine Zahlung von 15.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung.

Als Grund für die Forderungen nannte Goos die "große Anzahl konkreter Beweismittel, die den Schluss zulässt, dass betrogen wurde. Ich bin überzeugt davon, dass dem Spiel eine Manipulation seitens der Angeklagten zugrunde lag."

Schwenker und Serdarusic bestreiten die Vorwürfe

Den beiden Angeklagten wird vorgeworfen, das Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt durch Schiedsrichterbestechung gekauft zu haben. Nach dem 28:28 im Hinspiel gewann der THW das Rückspiel in eigener Halle 29:27 und sicherte sich erstmals den Triumph in der Champions League.

Dabei sollen die beiden polnischen Schiedsrichter des Rückspiels, Miroslaw Baum und Marek Goralczyk, von Schwenker und Serdarusic mit Hilfe des kroatischen Mittelsmannes Nenad Volarevic bestochen worden sein. Die Vorwürfe waren erstmals Anfang März 2009 bekannt geworden, knapp zwei Jahre nach dem Finale.

Schwenker und Serdarusic waren während des Prozesses von Zeugen sowohl be- als auch entlastet worden. Sie bestreiten die Vorwürfe. Nach ihrer Darstellung hätte Volarevic für den THW lediglich als Scout gearbeitet. Am Montag halten beide Verteidiger ihre Plädoyers. Ein Urteil wird für Ende kommender Woche erwartet.

ham/sid/dpa/dapd