Handball Rhein-Neckar Löwen verlieren Mäzen und Stars

Handball-Bundesligist Rhein-Neckar Löwen und Aufsichtsrats-Chef Jesper Nielsen gehen ab sofort getrennte Wege. Zudem verlassen Karol Bielecki und Krzysztof Lijewski den Club zum Saisonende. Der Verein ist zum Sparen gezwungen - und muss seine Transferpolitik ändern.

Löwen-Profi Bielecki (l.): Abschied zum Saisonende
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Löwen-Profi Bielecki (l.): Abschied zum Saisonende


Hamburg - Die Rhein-Neckar Löwen stehen vor einem großen Umbruch. Geldgeber und Hauptgesellschafter Jesper Nielsen hat seinen sofortigen Rücktritt als Aufsichtsrats-Vorsitzender des Bundesligisten erklärt. Zudem werden die Top-Spieler Karol Bielecki und Krzysztof Lijewski den Verein nach dieser Saison verlassen.

Nielsen selbst hatte im Dezember des vergangenen Jahres eine mögliche Trennung noch dementiert: "Mir ist es neu, dass ich bald nicht mehr zu den Löwen gehören werde. Ich bin nach wie vor der Aufsichtsrats-Vorsitzende und daran wird sich so schnell auch nichts ändern", sagte der Unternehmer der "Rhein-Neckar Zeitung".

Der dänische Geldgeber hatte in den vergangenen drei Jahren mehr als zehn Millionen Euro in den Club investiert, das Ziel, die Löwen zu einem europäischen Top-Club zu machen, aber nicht erreicht. Dafür hatte er zahlreiche Stars verpflichtet. In der Kritik stand der Däne, weil er sich stets in die Transferpolitik eingemischt und offenbar die ehemaligen Löwen-Spieler Ólafur Stefánsson und Guðjón Valur Sigurðsson zu seinem Heimatverein AG Kopenhagen gelotst hatte.

Leistungsträger Lijewski und Bielecki gehen zum Saisonende

Mit Lijewski und Bielecki verlassen nun zudem zwei Leistungsträger die Rhein-Neckar Löwen. Die beiden polnischen Rückraumspieler wechseln in ihre Heimat zu KS Vive Kielce. "Wir können nur nach unseren finanziellen Möglichkeiten handeln. Was die Gehälter angeht, müssen wir unser Budget herunterfahren", sagte Löwen Manager Thorsten Storm.

Statt auf teure Spitzenspieler will der Club verstärkt auf Nachwuchskräfte setzen. "Sieben bis acht Top-Akteure plus Talente bilden die Mannschaft, die für die Löwen in der Zukunft auf Punktejagd gehen wird", sagte Storm, der mit dem neuen Weg auch auf eine große Chance setzt: "Manchmal ist weniger mehr."

Er gehe jedoch davon aus, dass das Team weiter eine gute Rolle in der Bundesliga und in Europa spielen werde. Dafür soll auch der schwedische Neuzugang Kim Ekdahl Du Rietz sorgen, der vom französischen Erstligisten HBC Nantes kommt.

mib/sid/dpa



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