Handball-WM 2019 Deutschland verspielt Bronze in letzter Sekunde

Es war zwar nur das kleine Finale, aber die deutschen Handballer wollten unbedingt die Bronzemedaille bei der WM. Doch die Franzosen waren in der zweiten Halbzeit zu clever.

Torwart Andreas Wolff
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Torwart Andreas Wolff


Das Spiel um den dritten Platz - oft genug ist das eine sportlich nicht so bedeutsame Partie zweier frustrierter Teams, deren Goldtraum im Halbfinale geplatzt ist. Aber das Duell der deutschen Handballer mit den Franzosen im dänischen Herning war eine packende Auseinandersetzung, geprägt von dem Willen beider Mannschaften, dieses Spiel unbedingt zu gewinnen. Mit dem besseren Ende für Frankreich, das 26:25 durch ein Tor in letzter Sekunde gewann.

Es war ein enges Spiel - auch wenn das Team von Bundestrainer Christian Prokop mehrfach einen Drei-Tore-Vorsprung herausgearbeitet hatte. Aber die Mannschaft des entthronten Titelverteidigers kam immer wieder heran. Und es war einem sehr stark haltenden Torwart Andreas Wolff zu verdanken, dass das deutsche Team seine Führung halten konnte.

Zur Pause hatte die Prokop-Mannschaft sich beim 13:9 sogar einen Vorsprung von vier Toren herausgespielt - aber nach dem Wechsel agierten die Franzosen um ihren Superstar Nikola Karabatic weitaus konzentrierter, holten Treffer um Treffer auf und gingen schließlich in Führung.

Das DHB-Team kämpfte sich im Gegenzug wieder heran, Kapitän Uwe Gensheimer glich nach 49 Minuten wieder zum 19:19 aus und leitete eine Handball-typische hektische Schlussphase ein. Es ging hin und her, die Franzosen lagen stets in Führung, Deutschland glich immer wieder aus. Bis in der letzten Minute Gensheimer eine Zweiminutenstrafe absitzen musste.

Frankreich nutzte das, um den Druck zu erhöhen. Torwart Silvio Heinevetter konnte 30 Sekunden vor Schluss noch stark parieren, doch das deutsche Team konnte das nicht ausnutzen und verlor im Angriff den Ball. So kam Frankreich zu einer letzten Chance und Nikola Karabatic warf sein Team mit der Schlusssirene zum Sieg.

aha



insgesamt 31 Beiträge
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hileute 27.01.2019
1. Schade, aber in einem wm spiel um platz 3
darf ich mich nicht so dämlich anstellen, innerhalb kürzester Zeit einen großen Vorsprung zu verspielen, zu Beginn der zweiten Hälfte die rote Karte zu kassieren und erst Recht nicht 10 sekunden vor Ende nicht in der Lage zu sein einen Angriff so zuendezuspielen, das kein Gegenangriff mehr möglich ist. Frankreich hat aufgrund größer Cleverness verdient gewonnen
Levator 27.01.2019
2. Wie bereits
VOR dieser WM von mir geschildert - der Trainer ist nicht in der Lage taktisch vernünftig zu agieren. Ein Indiz dafür war schon die letzte EM. Wann begreifen die Verantwortlichen des DHB endlich diesen Umstand?
neutralfanw 27.01.2019
3. Dummheit.
5 Tore kassiert ohne Torwart, 2 Nachwürfe beim 7 Meter, 4 Tore Vorsprung in der Halbzeit, die Franzosen provozieren Stürmerfouls, 10 Minuten lang kein Tor erzielen. Durch ein Foul den Ball 7 sek. vor Schluss verlieren, statt 7 sek in die Verlängerung zu retten. Dann braucht man sich nicht wundern, wenn man mit leeren Händen dasteht.
schrausen 27.01.2019
4. Schade
aber kein Grund, sich zu zerfleischen! Hoffe nur, dass das empty goal wieder abgeschafft wird!
skeptikerjörg 27.01.2019
5. Dumm gelaufen
Letztlich schlägt sich die DHB Auswahl selbst: Zu viele freie Würfe nicht genutzt, zu viele Gegentore ins leere Tor durch leichtsinnige, unnötig Ballverluste und unüberlegte Würfe. Dazu der völlig blöde Fehlpas 3 Sekunden vor Schluss. Insgesamt keine schlechte WM gespielt, aber wenn man ehrlich ist, fehlt zur Weltspitze doch einiges. Ok, jetzt muss die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 das nächste Ziel sein.
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