Dritter WM-Sieg für deutsche Handballerinnen Nach 19 Jahren wieder ein Erfolg gegen Dänemark

Die dänischen Handballerinnen fügten Deutschland in den vergangenen Jahren einige schmerzhafte Niederlagen zu. Diese Serie ist nun gerissen - das DHB-Team steht nach einem knappen Erfolg in der WM-Zwischenrunde.

Julia Behnke wirft gegen Dänemark eines ihrer sieben Tore
HIROSHI YAMAMURA/EPA-EFE/REX

Julia Behnke wirft gegen Dänemark eines ihrer sieben Tore


Das deutsche Handball-Nationalteam der Frauen hat bei der WM in Japan auch das dritte Spiel gewonnen. Die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener feierte einen 26:25-Erfolg gegen die Rekord-Olympiasiegerinnen Dänemark - es war der erste Sieg in einem Pflichtspiel gegen die Däninnen seit 19 Jahren. Seitdem hatte es bei großen Turnieren vier Niederlagen und nur ein Remis bei der WM 2003 gegeben. Besonders bitter war das Achtelfinal-Aus bei der Heim-WM vor zwei Jahren.

Das DHB-Team führte in der ersten Hälfte bereits 6:1 (12. Minute) und 10:4 (18.), konnte diesen Vorsprung zwar in der Form nicht halten, ließ über die gesamte Spielzeit aber nur einen Ausgleichstreffer zu. Als Dänemark in der 51. Minute zum 22:22 traf, drohte das Spiel in der Schlussphase zu kippen, doch in der Folge war auf die Leistungsträgerinnen Julia Behnke, Kapitänin Kim Naidzinavicius und Torhüterin Dinah Eckerle Verlass.

Eckerle agierte hinter der gewohnten 6:0-Deckung wie schon im Auftaktspiel gegen Brasilien (30:24) sehr stark und parierte insgesamt zwölf Würfe der Däninnen. In der ersten Hälfte traf die 24-Jährige sogar zum zwischenzeitlichen 3:0, als Dänemark in Unterzahl die ebenfalls starke Torhüterin Sandra Toft aus dem Tor genommen hatte.

Starke Defensive als Sieggarant

Großen Anteil an dem Sieg hatte die Abwehrarbeit der deutschen Spielerinnen, die über weite Strecken des Spiels keine einfachen Tore zuließ. Allerdings erwischten die Däninnen auch nicht ihren besten Tag, so leistete sich das Team um Champions-League-Siegerin Anne Mette Hansen viele technische Fehler und musste einige Tore nach Tempogegenstößen hinnehmen. Bei der DHB-Auswahl überzeugten Kreisläuferin Behnke mit sieben, Rückraumspielerin Emily Bölk mit fünf sowie Antje Lauenroth mit drei Toren.

Lesen Sie hierein Porträt über Behnke, eine von zwei Legionärinnen im DHB-Kader.

Deutschland bleibt nach dem dritten Sieg als einziges verlustpunktfreies Team in der Gruppe B an der Spitze. In den ausstehenden Spielen gegen die Titelverteidigerinnen aus Frankreich (4. Dezember, 11 Uhr) und Südkorea (6. Dezember, 11 Uhr) zählt jedoch jeder weitere Punkt, denn es werden nur die Zähler gegen die Teams mitgenommen, die mit in die Hauptrunde einziehen. Frankreich und Südkorea haben dafür derzeit die beste Ausgangslage.

Bei der WM in Japan geht es für das deutsche Team vor allem um die Olympia-Teilnahme: Um bei einem Qualifikationsturnier für Tokio 2020 dabei zu sein, muss der EM-Zehnte mindestens das Spiel um Platz sieben erreichen.

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insgesamt 2 Beiträge
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Die lila Spitzmaus 03.12.2019
1. Trainer-Hampelmänner
Im Handball hat der Trainer die Aufgabe, das Spiel akribisch zu beobachten und die Spielerinnen zu einem überlegten, kontrollierten Spiel zu führen, mit blitzartigen schnellen Aktionen, entsprechend seiner taktischen Vorgaben. Das war der Erfolg des deutschen Trainers. Was das Rumgebrülle des dänischen Trainers soll, bleibt sein Geheimnis, wobei er dieses Geheimnis mit manchen Trainern teilt. Da werden dann die einfachsten Bälle verschossen, und Bälle weg geworfen. Die Kim mit dem unausprechlichen Namen ist mit ihrer Ruhe und Überlegtheit ein unverzichtbarer Bestandteil für den Erfolg, geht auch gut in die Deckung rein, ohne das Abspiel blockieren zu lassen und bringt ihre Anspiele an den Kreis oft durch. Ob es zum ganz großen Erfolg reicht, wage ich zu bezweifeln, es könnte drei bis vier stärkere Mannschaften geben, ein paar jüngere Spielerinnen sind noch nicht ganz so weit, Tolle Leistung heute ! Es geht auch ohne Rumgebrülle bei erwachsenen Menschen und Konzentration und Ruhe ist alles. Boxer und ihre Trainer begreifen das schneller, weil es sonst auf die Birne gibt.
kopi4 03.12.2019
2.
Die Däninnen sind Rekord-Olympiasiegerinnen, Deutschland hat erstmals seit 19 Jahren gegen sie gewonnen. Soweit so gut. Aber um den Sieg einzuordnen müßte man auch wissen ob Dänemark auch diesmal zu den Favoriten gezählt wird.
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