Handball-WM Deutscher Pflichtsieg nach Verletzungsschock

Zuerst die gute Nachricht: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat sich mit einem Sieg gegen den krassen Außenseiter Brasilien eine gute Ausgangsposition für das Erreichen der Hauptrunde bei der WM in Tunesien verschafft. Eine Hiobsbotschaft gab es jedoch vor dem Spiel - Pascal Hens fällt für den Rest des Turniers aus.


DHB-Star von Behren: Vier Tore zum Sieg
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DHB-Star von Behren: Vier Tore zum Sieg

Sousse - Der Schock über das WM-Aus für Hens war der deutschen Mannschaft deutlich anzumerken. Erst nach einer Ansprache von Bundestrainer Heiner Brand besiegte das junge Team die Handball-Exoten aus Brasilien mit 30:23 (17:11).

Beim Hamburger Rückraumspieler Hens war am Mittag ein Muskelfaserriss in der Wade diagnostiziert worden, den er im Auftaktspiel gegen Ägypten am Tag zuvor erlitten hatte. Hens galt als Leistungsträger.

Nach gutem Beginn vor 2500 Zuschauern in der Olympia-Halle von Sousse und einer zwischenzeitlichen 14:6-Führung nach zwanzig Minuten fiel die Mannschaft in ein zehnminütiges Leistungsloch und ließ die deutlich kleineren Brasilianer auf fünf Tore herankommen. Auch nach dem Wechsel kam die neuformierte deutsche Truppe mit der 6:0-Deckung des Gegners lange nicht klar - beim 19:22 (49.) sah es kurzzeitig sogar nach einer Sensation aus.

Sofort nach dem Spiel zog sich Brand mit seinen Schützlingen in die Kabine zurück. "Er hat deutliche Worte gefunden", sagte Kapitän Florian Kehrmann, mit sieben Toren der erfolgreichste deutsche Werfer. "Wir waren zu hektisch, und es hat die kämpferische Einstellung gefehlt. Das ist typisch für so eine junge Mannschaft, aber auch gefährlich", erklärte Kehrmann. Auch Bundestrainer Brand war trotz des Sieges nicht zufrieden, "denn wir waren bis kurz vor Schluss in großen Schwierigkeiten." Neben Kehrmann traf der Gummersbacher Frank von Behren (4/ 1 Siebenmeter) am besten.



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