Handball-WM Deutschland quält sich zum Sieg gegen Argentinien

Die deutschen Handballer beenden die WM in Schweden auf Rang elf. Im Platzierungsspiel gegen Argentinien kam die DHB-Auswahl nach zweimaliger Verlängerung zu einem glücklichen Sieg. Die desolate deutsche Leistung war das passende Ende eines enttäuschenden Turniers.
Nationalspieler Hens: Schwache Leistung im WM-Abschlussspiel

Nationalspieler Hens: Schwache Leistung im WM-Abschlussspiel

Foto: Martin Rose/ Bongarts/Getty Images

WM in Schweden

Hamburg - Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat die mit dem fünften Sieg im neunten Spiel beendet. In der Begegnung um Platz elf gewann das Team von Bundestrainer Heiner Brand 40:35 (13:12) nach zweifacher Verlängerung gegen Argentinien. Auch mit dem elften Rang hat die deutsche Auswahl die schlechteste WM-Platzierung einer deutschen Mannschaft seit 73 Jahren besiegelt. Die direkte Qualifikation für ein Olympia- Ausscheidungsturnier hatte das Team zuvor bereits verspielt.

Beste deutsche Werfer vor rund 1000 Zuschauern waren Uwe Gensheimer (9/1) und Holger Glandorf (9). Michael Haaß (60. Minute) und Oliver Roggisch (72.) sowie Leonardo Querin (73.) sahen jeweils nach drei Zeitstrafen Rot. Insgesamt spielte die deutsche Mannschaft 28 Minuten in Unterzahl.

In ihrem letzten Turnierspiel war den deutschen Akteuren zumindest zu Beginn anzumerken, dass sie sich nicht mit einer weiteren Pleite von der WM verabschieden wollten. Allerdings mussten sie dabei auf ihren bisher besten Rechtsaußen Christian Sprenger verzichten. Der Kieler wurde wegen einer Verhärtung im Oberschenkel nicht eingesetzt.

Deutschland brauchte ein wenig, um ins Spiel zu finden. Erst nach dem 3:4 (9.) kam die DHB-Auswahl besser mit der engagierten Spielweise der Südamerikaner zurecht. Drei Treffer in Serie brachten eine 6:4- Führung (12.), die anschließend bis auf 10:5 (20.) ausgebaut wurde.

Heiner Brand

Doch wie schon gegen Ungarn und Norwegen schlichen sich Unkonzentriertheiten und Aussetzer ins deutsche Spiel ein. Innerhalb von fünf Minuten und zwei Zeitstrafen war der Vorsprung bis auf 11:10 (25.) geschrumpft. Bundestrainer reagierte mit einer Auszeit. Anschließend setzte sich das Team um Kapitän Pascal Hens auf 13:10 (28.) ab, vergab aber bis zum 13:12-Pausenstand den Vorteil von drei Toren wieder.

Durch ungeschicktes Abwehrverhalten handelten sich die deutschen Spieler zahlreiche Zeitstrafen ein, standen mehrmals nur zu viert auf dem Platz und kassierten mit nur drei Spielern auf dem Parkett den 17:17-Ausgleich (40.). In der zerfahrenen Partie vergab die DHB-Auswahl einmal mehr beste Torchancen und musste sich durch die Verlängerungen zittern, ehe Platz elf sicher war.

DHB will mit Brand verlängern

Trotz der enttäuschenden WM-Bilanz will der Deutsche Handballbund (DHB) Brand über das Jahr 2013 hinaus an sich binden. "Ich will nach meinen Möglichkeiten alles dafür tun, dass er Bundestrainer bleibt. Und das, wenn möglich auch über den 30. Juni 2013 hinaus", sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach am Donnerstag bereits vor der Partie gegen Argentinien. "Wir sind nach wie vor der Meinung, dass er der Beste ist, den es dafür gibt", so Strombach. Brand will sich erst nach seiner Rückkehr nach Deutschland entscheiden. Zu Hause wolle er "die Situation mit meiner Frau durchsprechen und natürlich dann mit dem Präsidenten und Vizepräsidenten. Dann werden wir sehen, was dabei rauskommt", sagte Brand.

Deutschland - Argentinien 40:35 (31:31, 27:27, 13:12) n. zwei V.
Deutschland:
Bitter, Heinevetter - Gensheimer (9/2), Glandorf (9), Groetzki (6), Heinl (3), Kraus (3), Hens (2), Haaß (2), Preiß (2), Pfahl (2), Christophersen (1), Kaufmann (1), Klein, Roggisch
Norwegen: Schulz, Garcia - D. Simonet (8), F. Fernandez (6), Vieyra (5), S. Simonet (4), Carou (3), Pizarro (2/2), Kogovsek (2), Vidal (2), Querin (1), Ferro (1), Canepa (1), Migueles, Portela, J. Fernandez
Zeitstrafen: 13:9
Rote Karten: Haaß (60./dritte Zeitstrafe), Roggisch (72./dritte Zeitstrafe), Querin (73./dritte Zeitstrafe)
Siebenmeter: 5/2:2/2
Schiedsrichter: Canbro/Claesson (Schweden)
Zuschauer: 1000 (in Kristianstad)

ulz/sid/dpa
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