Handball-WM Verwirrung um Liveübertragung der DKB

Kurz vor der Handball-WM galt die DKB als Retter. Die Bank sicherte die Übertragung der Spiele. Laut einem Medienbericht könnte es allerdings auch anders gelaufen sein.

Julius Kühn
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Als es keine andere Chance mehr gab, ist die DKB eingesprungen, um eine Übertragung der Handball-WM in Frankreich zu ermöglichen. Das ist die Geschichte, die in den vergangenen Tagen diskutiert, aber auch gefeiert wurde. Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gibt es an dieser Version allerdings Zweifel.

Demnach soll die Bank schon zu Weihnachten mit dem Rechteinhaber BeIN Sports aus Katar einig gewesen sein. Das soll Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), bestätigt haben.

Ein inzwischen gelöschter Facebook-Post der Agentur Jung von Matt/Sports, die auch für den DKB zuständig ist, vom 23. November 2016 soll außerdem gezeigt haben, dass die Überlegung der DKB, Spiele live zu übertragen, bereits damals existiert habe. Die Agentur wollte sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht dazu äußern.

Die DKB dementierte eine langfristige Einigung auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE: "Die Idee, einen Livestream von Spielen der Handball-WM für die deutschen Fans zu ermöglichen, ist von Jung von Matt/Sports kurzfristig an uns herangetragen worden", sagte ein Sprecher der Bank. Bis zum Tag der Bekanntgabe am 5. Januar seien "wesentliche Punkte mit dem Vertragspartner" noch nicht geklärt gewesen.

"Die DKB hat zu keinem Zeitpunkt gegen eine mögliche Free-TV-Lösung konkurriert", sagte der Sprecher weiter. An einer Livestream-Lösung sei erst gearbeitet worden, als "sich abzeichnete, dass keine Free-TV-Berichterstattung in Aussicht steht".

aev



insgesamt 28 Beiträge
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siebke 13.01.2017
1. .
Hauptsache es wird übertragen.......freue mich auf das Spiel heute Abend. Eine Schande das unser öffentlich / rechtliches Fernsehen, das nicht möglich gemacht hat.
Georg_Alexander 13.01.2017
2. Wie kann es eigentlich sein
dass der Leistungssport direkt oder indirekt von beträchtlichen öffentlichen Geldern gefördert wird (man denke nur an Polizei, Bundeswehr, Sporthilfe, ...), aber am Ende die mediale Verwertung irgendwelchen privaten Interessen überlassen wird? Indirekt subventioniert der Staat nationale und internationale Spitzenverbände, die in erster Linie kommerzielle Interessen verfolgen. Wofür eigentlich, wenn man dann noch nicht einmal etwas zu sehen bekommt, ohne weitere Münzen einzuwerfen?
sven2016 13.01.2017
3.
Sind wir dich froh, dass ein Sponsor die Liveübertragungen ermöglicht. Schlechtreden kann man Alles und die Free TV-Sender waren eindeutig an dieser Sportart mal wieder nicht interessiert.
J.E.2015 13.01.2017
4. Na und ?
Es standen allen Sendern insbesondere der ARD und dem ZDF, aber auch Spiegel Online frei die Rechte für das Internet zu erwerben, oder sich den verständlichen und international üblichen Gegebenheiten anzupassen. Deutschland ist nicht der Nabel der Welt und bestimmt was der Rest der Menschheit zu tun hat. Zudem dürft klar sein, dass den Insidern schon früh die Problematik bekannt gewesen sein dürfte und man rechtzeitig einen Plan B griffbereit haben wollte.
steingärtner 13.01.2017
5. Gute Idee
Der Postillon hat gemeint, die Spiele werden auf den Bildschirmen von Geldautomaten übertragen. Besser kann man die Entwicklung im Rechtewesen nicht kommentieren.
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