Deutschlands WM-Gegner Katar Die Wüsten-Legionäre

Der beste Torschütze kommt aus Montenegro, der zweitbeste aus Kuba: Katars Handball-Nationalteam ähnelt einer Weltauswahl. Hier sind die wichtigsten Spieler bei Deutschlands Viertelfinalgegner.

Capote: Kubaner ist der zweitbeste Torschütze der Katarer
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Capote: Kubaner ist der zweitbeste Torschütze der Katarer

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Hamburg - Der ehemalige Bundesligaspieler Zarko Markovic sieht sein Team bereits am Ziel. "Wir haben Geschichte in Katars Handball geschrieben", sagt der 2,01 Meter große Rückraumspieler. Markovic selbst hat viel dazu beigetragen. Mit 49 Toren ist er bei der Weltmeisterschaft der treffsicherste Spieler der Katarer, die am Nachmittag gegen die deutsche Mannschaft um den Einzug ins Halbfinale antreten (16.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Wie der Großteil des Teams ist auch Markovic - früher für Göppingen und den HSV aktiv - erst seit kurzem Katarer. Der WM-Gastgeber hatte in den vergangenen Jahren eine Einbürgerungskampagne gestartet. Mit Erfolg: Im Kader stehen unter anderem zwei Montenegriner, zwei Bosnier, ein Spanier, ein Franzose, ein Kubaner und ein Ägypter. Nur vier Spieler des Kaders sind Einheimische.

Der Star des Teams ist der Coach, Valero Rivera. Der Spanier gilt als erfolgreichster Vereinstrainer der Welt. In den Neunzigerjahren hat er mit dem FC Barcelona sechsmal die Champions League gewonnen, vor zwei Jahren führte er die spanische Nationalmannschaft im eigenen Land zum WM-Titel.

"Er ist einer der besten Trainer der Welt und hat ein tolles Team aufgebaut, taktische Disziplin eingeführt und die individuellen Stärken der Spieler verbessert", sagt Frankreichs Trainer Claude Onesta über Rivera. Die Katarer trainieren bereits seit August zusammen, ein Vorteil, den die Favoriten aus Europa nicht hatten. Zudem brachte Rivera seinen kompletten Stab mit.

Auf wen trifft das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson? Wir stellen die Stars der Katarer vor.

Goran Stojanovic, Montenegro

Der Torhüter stammt aus Montenegro und spielte lange in der Bundesliga, zuletzt für die Rhein-Neckar Löwen. Im Sommer 2014 wechselte er nach Katar. Der 37-Jährige kommt bei der WM auf eine Quote von 28 Prozent gehaltene Bälle, fünf von 14 Siebenmetern konnte er abwehren.

Danijel Saric, Bosnien und Herzegowina

Der zweite Torwart spielt etwas weniger, hat aber die besseren Werte. Saric hat bei der WM bislang 38 Prozent der Würfe abgewehrt, eine sehr gute Quote. Er spielt beim FC Barcelona.

Zarko Markovic, Montenegro

Auch der Rückraumspieler Markovic ist gebürtiger Montenegriner. Der 2,01 Meter große Ex-Bundesligaakteur (Frisch Auf Göppingen, HSV Hamburg) ist der beste Torschütze der Katarer. In sechs Partien hat er bereits 49 Tore erzielt und dabei neun von 13 Siebenmetern verwandelt.

Rafael Capote, Kuba

Zweitbester Torschütze ist Capote. Der 1,98 Meter große Kubaner spielt im linken Rückraum. Mit 4:49 Stunden stand er am längsten auf dem Spielfeld.

Bertrand Roine, Frankreich

Er spielte fünf Jahre für die französische Nationalmannschaft. 2013 wechselte er nach Katar und nahm die katarische Staatsbürgerschaft an. Im vergangenen Jahr führte er den WM-Gastgeber zur Goldmedaille bei den Asienspielen.

Hassan Mabrouk, Ägypten

Der 32-Jährige stammt aus Ägypten. Der 1,90 Meter große Abwehrspezialist hat mit elf Balleroberungen und zwei geblockten Würfen die besten Defensivwerte der katarischen Mannschaft.

Borja Vidal, Spanien

Der Spanier wechselte erst 2005 vom Basketball zum Handball. Als einziger Legionär gab er zu, dass das Geld ausschlaggebend war für seine Entscheidung, in Katars Nationalmannschaft zu spielen.

Valero Rivera, Spanien

Der Star der Katarer ist der Trainer. Der Spanier Rivera ist der erfolgreichste Vereinstrainer der Welt. Mit dem FC Barcelona gewann er sechsmal die Champions League, 2013 führte er die spanische Nationalmannschaft im eigenen Land zum WM-Titel.



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Seite 1
hansmaus 28.01.2015
1.
WOW das nenn ich mal eine multikultitruppe. Ich finde das toll.Nicht die besten Spieler eines Verbandes (klingt schon so altmodisch) sondern die besten Spieler die man für Geld bekommen kann sollen gewinnen! Weiter so und ich drücke den Kataern alle Daumen das sie Weltmeister werden!
ericstrip 28.01.2015
2. ?
Zitat von hansmausWOW das nenn ich mal eine multikultitruppe. Ich finde das toll.Nicht die besten Spieler eines Verbandes (klingt schon so altmodisch) sondern die besten Spieler die man für Geld bekommen kann sollen gewinnen! Weiter so und ich drücke den Kataern alle Daumen das sie Weltmeister werden!
Wenn Sie das erst meinen sollten, wird mir angst und bange. Zumal diese Spieler sich mit Haut und Haaren verkauft haben. Dadurch, daß sie ihre Staatsangehörigkeit aufgegeben haben, sind sie nun quasi Leibeigene.
suomi15 28.01.2015
3.
Zitat von ericstripWenn Sie das erst meinen sollten, wird mir angst und bange. Zumal diese Spieler sich mit Haut und Haaren verkauft haben. Dadurch, daß sie ihre Staatsangehörigkeit aufgegeben haben, sind sie nun quasi Leibeigene.
Haben sie das? Für mich persönlich ist der mein Pass nichts weiter als ein Reisedokument. Ein besonders wertvolles, verglichen mit anderen Ländern. Aber identitätsstiftend? In keinster Weise. Wäre auch ziemlich traurig, hinge meine "Ich" in irgend einer Form von meiner Staatsbürgerschaft ab :O
donle2 28.01.2015
4. Nicht nur im Handball
Das sieht bei anderen Sportarten nicht viel anders aus. Fussball, Leichtathletik oder Handball. Die Sportler Katars sind eine bunte UN-Truppe.
derpolokolop 28.01.2015
5. Der Herkunft von Spielern...
wird nur zum Thema wenn der Gegner mehr aus dem Ausland hat.
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