Handballskandal Löwen-Sponsor Nielsen belastet Kiels Ex-Trainer schwer

Jesper Nielsen hat vor Gericht gegen die Verdächtigen des Handballskandals ausgesagt. Besonders schwere Vorwürfe erhob der Funktionär gegen Kiels ehemaligen Trainer Zvonimir Serdarusic - dieser soll die angebliche Manipulation des Champions-League-Finales 2007 vorangetrieben haben.
Handball-Gesellschafter Nielsen: "Eine Sache von Serdarusic"

Handball-Gesellschafter Nielsen: "Eine Sache von Serdarusic"

Foto: Marcus Brandt/ dpa

Hamburg - Die Befragung vor dem Kieler Landgericht dauerte mehrere Stunden: Jesper Nielsen hat vor der 5. Großen Strafkammer des Kieler Landgerichts seinen Vorwurf wiederholt, der frühere THW-Manager Uwe Schwenker habe die angebliche Bestechung des polnischen Schiedsrichtergespanns in einem persönlichen Gespräch 2009 eingeräumt.

Treibende Kraft bei der vermeintlichen Manipulation soll aber der ehemalige THW-Trainer Zvonimir Serdarusic gewesen sein. "Schwenker hat gesagt, er habe nichts damit zu tun gehabt. Er habe das auch nicht gewollt. Der Trainer habe ihn aber fast dazu gezwungen", sagte der dänische Gesellschafter des Bundesligisten Rhein Neckar-Löwen während der Befragung am Mittwoch.

Im Hinspiel des Champions-League Finales 2007 hatten sich Kiel und die SG Flensburg-Handewitt 28:28 getrennt, das Rückspiel gewann der deutsche Rekordmeister 29:27.

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Handballprozess: Zweifelhafte Protagonisten in Kiel

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In dem Prozess ist Nielsen der Hauptbelastungszeuge der Anklage. Der 42-Jährige sagte weiter aus, dass Schwenker ihm gegenüber erklärt habe, es sei "eine Sache von Serdarusic" gewesen und "über die Balkan-Leute gelaufen". Schwenker, Serdarusic und die beiden polnischen Schiedsrichter Miroslaw Baum und Marek Goralczyk bestreiten die Vorwürfe. Die beiden Angeklagten wollten sich aber zu Prozessbeginn nicht äußern.

Schwenkers Anwälte betrachten die Anschuldigungen gegen ihren Mandanten als haltlos und werfen Nielsen stattdessen Erpressung vor. Er habe die Vorwürfe nur erfunden, um die Spieler Nikola Karabatic und Vid Kavticnik preiswert nach Mannheim lotsen zu können. Der THW Kiel verlangte eine Ablöse in Höhe von 3,5 Millionen Euro für die beiden Profis, die 2009 nach Montpellier wechselten.

Als weitere Zeugen sind bis November THW-Gesellschafter Hubertus Grote, die beiden polnischen Endspiel-Schiedsrichter und Löwen-Manager Thorsten Storm geladen. Bis zum 8. Februar 2012 sind 20 weitere Prozesstage angesetzt.

klu/dapd
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