Handballskandal Zeuge widerspricht Bestechungsvorwürfen

Im Prozess gegen Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic hat ein ehemaliger THW-Gesellschafter dem Hauptbelastungszeugen Jesper Nielsen widersprochen. Demnach sei eine Bestechung der Schiedsrichter durch die Handball-Funktionäre nie zugegeben worden.
Ex-THW-Manager Schwenker: Unterstützung durch neue Zeugenaussage

Ex-THW-Manager Schwenker: Unterstützung durch neue Zeugenaussage

Foto: Philipp Guelland/ dpa

Hamburg - Zeuge Hubertus Grote hat im Kieler Handballprozess den Kernaussagen von Jesper Nielsen widersprochen. Der Däne hatte die Beschuldigten Uwe Schwenker und Zvonimir Serdarusic in der Vorwoche schwer belastet. Demnach habe der ehemalige THW-Kiel-Manager Schwenker ihm gegenüber die Bestechung von Schiedsrichtern im gewonnenen Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt zugegeben. Schwenker habe zudem gesagt, dass der frühere Kieler Trainer Zvonimir Serdarusic die treibende Kraft hinter den Manipulationen gewesen sei. Schwenker und Serdarusic sowie die Schiedsrichter bestreiten die Vorwürfe.

"Das ist nicht besprochen worden", sagte der einstige THW-Gesellschafter Grote am Donnerstag vor der Wirtschaftsstrafkammer des Kieler Landgerichts. Grote war Zeuge des Gesprächs zwischen Schwenker und Nielsen am 1. Februar 2009 in Zagreb. Dabei hätten die THW-Funktionäre dem dänischen Gesellschafter des Bundesliga-Rivalen Rhein-Neckar Löwen lediglich bestätigt, dass sie von Bestechungsgerüchten gehört hätten. Zugegeben worden sei aber nichts.

Nielsen sei es um einen preiswerten Transfer der Spieler Nikola Karabatic und Vid Kavticnik vom THW zu den Löwen gegangen, sagte Grote. Die geforderten 3,5 Millionen Euro hatte er aber nicht zahlen wollen. Das Gespräch sei von Nielsen abrupt beendet worden. "Ich habe keine Lust auf dieses Transfergerangel", habe er wütend erwidert, sagte Grote. Karabatic und Kavticnik wechselten im Sommer 2009 schließlich für rund 1,5 Millionen Euro nach Montpellier.

Auf die Frage, warum er sich plötzlich an Details des vor zweieinhalb Jahren geführten Gesprächs erinnern wolle, die er bei einer richterlichen Vernehmung im Juli 2009 nicht zu Protokoll gegeben hatte, sagte Grote: "Ich hatte viele lange Tage des Nachdenkens. Manche Dinge kommen einem dann in den Sinn."

Am Freitag hatten Schwenkers Anwälte Nielsen attackiert und dem Dänen vorgeworfen, dass er nur den Preis für Karabatic und Kavticnik habe drücken wollen.

max/dpa
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