Olympiasiegerin Henkel für Kollektivstrafen bei systematischem Doping

"Systematisches Doping angehen" und "Verbände rauswerfen": Nach Robert Harting und Claudia Pechstein hat sich auch Heike Henkel klar positioniert. Russische Athleten dürften ihrer Ansicht nach nicht in Rio teilnehmen.

Archivbild: Heike Henkel
AP

Archivbild: Heike Henkel


Hochsprung-Olympiasiegerin Heike Henkel hat sich dafür ausgesprochen, Kollektivstrafen gegen nationale Verbände zu verhängen, denen systematisches Doping nachgewiesen werden konnte. "Den einzelnen Betrüger wird man nur schwer fassen können, die wird es immer geben. Aber systematisches Doping sollte man auf jeden Fall angehen und Verbände rauswerfen, die sich nicht daran halten oder sich dem Kontrollsystem entziehen", sagte Henkel, die derzeit am IST-Studieninstitut eine Weiterbildung zur Sport-Mentaltrainerin absolviert.

Henkel, die 1992 in Barcelona Gold gewonnen hatte, glaubt zwar, dass der Großteil der Athleten "sauber" sei und keine verbotenen Dopingsubstanzen einnehme. "Es wird aber auch leider in Zukunft ein Problem bleiben und immer zum Hochleistungssport dazugehören", sagte die 52-Jährige.

Nach dem IOC-Beschluss, dass nachweislich nicht gedopte russische Athleten an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen dürfen, hatte Diskuswerfer und Olympiasieger Robert Harting die Entscheidung des Komitees kritisiert und sich gegen IOC-Präsident Thomas Bach gestellt.

Zuletzt hatte auch Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein Robert Harting in seiner Kritik an IOC-Chef Thomas Bach bestärkt: "Bach hat sich politisch kaufen lassen. Er lügt die Welt an, wenn er öffentlich predigt, es gelte für jeden Sportler die Unschuldsvermutung. Wie viel kann man als IOC-Präsident denn noch lügen?", sagte die Berlinerin.

mru/sid



insgesamt 77 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
paulvernica 28.07.2016
1. ist es nicht systematisch
wenn in der westlichen Welt Sportler nur dann Sponsorengelder bekommen sie erfolgreich sind ? Und dann dopen sie um an das Geld heranzukommen. Unternehmen wollen Erfolge sehen damit sie ihre Produkte besser vermarkten können. Erst mit diesem Geld wird doch das Doping erst verursacht. Oder glaubt jemand das Jan Ulrich oder Armstrong alles böse Menschen sind. Es geht einzig allein um die Kohle.
eigene_meinung 28.07.2016
2.
Kollektivstrafen waren für mich noch nie akzeptabel. Sie stellen eine Diskriminerung dar. Bestraft werden Unschuldige.
Vladimir Iljic 28.07.2016
3. Klar das die das denkt
Weniger Teilnehmer, weniger Konkurrenz, mehr Chancen auf Medaillen. Aber, die Dame vergisst, dass überall gedoppt wird, siehe Tour de France. Die meisten Dopper von Rio werden erst in 5-6 Jahre gefunden werden, wenn auch den Ruhm und sie Sponsor-Verträge abgelaufen sind, also keine Konsequenzen. UND: Sippenhaft ist keine Sache der Rechtsstaaten, aber Demokratie war noch nie ein Stärke des IOC und der Sportler, da herrschte schon immer das Recht des Stärkeren!
toskana2 28.07.2016
4. nicht schlecht
... von moralischen Argumenten abgesehen: Man wäre damit eine unliebsame Konkurrenz einer Welt-Sportmacht mit einem Wisch los! - auch nicht schlecht!
hermy 28.07.2016
5. Ab wann
ist Doping systematisch ? Wenn es von staatlicher Seite unterstütz wird, oder auch wenn z. B. irgendwo eine Trainigsgruppe dopt, oder die Dopingspezialisten einer Uni dopen ( sie kennen ja die Materie ). Warum werden nur russ. Sportler, denen man Doping nachgewiesen hat und die gesperrt waren ausgeschlossen, und nicht alle, denen man Doping nachgewiesen, ausgeschlossen ? Privat zu dopen ist nicht so schlimm, wie von staatlicher Stelle unterstützt. Das ist eben die Freiheit im Kapitalimus.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.