HEW-Classics Zabel siegt im Spurt

Beim Weltcuprennen in Hamburg hat Erik Zabel einmal mehr beweisen können, wer der Chef auf der Zielgeraden ist.


Hamburg - Erik Zabel schwimmt weiter auf der Erfolgswelle. Der sechsfache Gewinner des Grünen Trikots bei der Tour de France gewann am Sonntag drei Wochen nach Ende der Frankreich-Rundfahrt als erster deutscher Radprofi das einzige deutsche Weltcup-Rennen, die HEW-Cyclassics in Hamburg. Damit wiederholte der dreifache Tour-Etappensieger aus Unna seinen Weltcup-Erfolg vom Saisonbeginn in Italien, als er zum vierten Mal Mailand-San Remo gewonnen hatte.

Zabel, der nach 251 Kilometer im Spurt einer etwa 40-köpfigen Spitzengruppe Weltmeister Romans Vainsteins (Lettland) und den Weltcup-Spitzenreiter Erik Dekker (Niederlande) auf die Plätze verwies, profitierte im Finale auch von der Hilfe Jan Ullrichs. Der nimmermüde Zabel, seit Februar erfolgreich unterwegs, feierte in der Hansestadt seinen 23. Saison- und insgesamt 7. Weltcup-Erfolg.

Ullrich im Dienste der Mannschaft


"Man hat wieder gesehen, dass Radsport eine Mannschaftssportart ist. Besonders Andreas Klöden und ich sind zum Schluss für Erik gefahren. Es hat für uns fantastisch geklappt", freute sich Ullrich, der ein starkes Rennen fuhr, aber eigene Chancen zurückstellte, als klar war, dass es zu einem Massensprint kommen würde. "Ich habe heute voll auf den Sprint gesetzt. Im Spurt hat es optimal geklappt. Das Risiko für Dekker war, dass er auf die Weltcup-Punkte fahren musste. Er hat für mich praktisch den Spurt angezogen", freute sich Zabel, der sich im Training auf Mallorca speziell auf Hamburg vorbereitet hatte und in der Weltcup-Gesamtwertung keine Ambitionen mehr hat.

Der früher in Hamburg ansässige Ullrich hofft jetzt auf das achte Weltcup-Rennen am kommenden Sonntag in Zürich. Dort wurde der Telekom-Kapitän, der seine Saison wahrscheinlich noch bis zur Weltmeisterschaft im Oktober in Lissabon ausdehnen will, schon zwei Mal Zweiter. Die Führung in der Zwischenwertung des Weltpokals verteidigte in Hamburg der souverän an der Spitze liegende Dekker, der Nachfolger von Zabel werden will und jetzt 69 Punkte Vorsprung vor dem gebürtigen Berliner hat.

Voigt musste aufgeben


Das siebte von zehn Weltcup-Rennen kam erst 98 Kilometer vor dem Ziel bei der ersten Überquerung des Wasebergs richtig in Schwung. Der Franzose Raphael Jeune, der rund 80 Kilometer allein an der Spitze gefahren war, konnte die Führung auf der 16-prozentigen, 600 Meter langen Steigung noch knapp verteidigen. Auf dem Weg in die Hamburger Innenstadt wurde er eingeholt; es bildete sich eine neunköpfige Spitzengruppe. Danach änderte sich die Lage ständig, Tour-Etappensieger Jens Voigt musste dem ständigen Tempowechsel Tribut zollen und gab nach 180 Kilometer auf.



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