Hochsee-Segeln Boris Herrmann peilt Atlantik-Rekorde an

Boris Herrmann will zusammen mit Giovanni Soldini drei neue Bestzeiten auf dem Atlantik aufstellen. Für den deutschen Segler ist es eine große Herausforderung - und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Vendeé Globe Ende 2012.

Profi-Segler Herrmann: Vorbereitung auf die Vendeé Globe 2012
Barcelona World Race/ Nico Martinez

Profi-Segler Herrmann: Vorbereitung auf die Vendeé Globe 2012


Hamburg - Das Ziel sind drei neue Streckenrekorde auf dem Atlantischen Ozean. Der deutsche Profi-Segler Boris Herrmann soll als Navigator der neunköpfigen Crew von Skipper Giovanni Soldini die geeigneten Wetterfenster finden, um neue Bestzeiten aufzustellen.

Höhepunkt wird der Angriff der 21 Meter langen "Maserati" auf die wohl berühmteste Rekord-Passage von New York nach Lizard Point in England sein, die für April geplant ist. Ein sehr ehrgeiziges Ziel, denn die schnellste Zeit auf der Strecke gelang der doppelt so großen "Mari Cha IV", die für die 2.925 Seemeilen (rund 5.400 Kilometer) knapp sechs Tage und 18 Stunden brauchte. Das bedeutete eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 18 Knoten (33 Kilometer pro Stunde).

Die beiden weiteren Passagen führen vom spanischen Cádiz nach San Salvador auf den Bahamas sowie von Miami nach New York. Sollten die Bedingungen entsprechend gut sein, wird die Crew ebenfalls versuchen, den 24-Stunden-Rekord von rund 600 Seemeilen anzugreifen. Im Dezember sollen die letzten Vorbereitungen abgeschlossen werden. Im Januar beginnt die Rekordjagd.

"Von Soldini angeheuert zu werden, ist eine Ehre"

"Bislang war ich meist alleine oder in einem Zwei-Mann-Team unterwegs", sagt Herrmann, der sich als Profi-Segler weiterentwickeln will. Dazu gehöre auch, in großen Teams zu arbeiten, so der Deutsche: "Und von einem so berühmten Segler wie Giovanni Soldini angeheuert worden zu sein, ist eine Ehre." Das Projekt dient ihm aber auch als Vorbereitung für die Vendeé Globe, der Einhand-Regatta nonstop um Welt (Start im November 2012), für die sich Herrmann um einen Sponsor bemüht. Als Navigator von Soldinis Projekt wird er in einem für die Vendeé sehr wichtigen Bereich weitere Erfahrungen sammeln. In zwei bis drei Wochen wird eine Entscheidung erwartet, ob der 30-Jährige bei dem renommierten Rennen starten wird.

Soldini ist neben seinen Erfolgen als Segler vor allem dank der spektakulären Rettung der Französin Isabelle Autissier während seiner siegreichen Etappe auf der Weltregatta Around Alone 1999 bekannt. Der Italiener hatte als erster seine Meldung für das Volvo Ocean Race abgegeben, das am Wochenende mit den ersten Inport-Races in Alicante begann. Er kaufte ein Boot, nannte das Team Italia 70, trainierte ein Jahr lang und sagte im März 2011 die Teilnahme ab. Es fehlte das Geld.

Der 45-jährige Soldini und Herrmann kennen sich schon lange. Vor drei Jahren, als Herrmann zusammen mit Felix Oehme das Portimão Global Ocean Race gewann, war Soldini sein Mentor. Im April dieses Jahres hatte Herrmann das Barcelona World Race als Fünfter beendet und seine Ansprüche auf die Vendeé Globe damit untermauert.

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