Hockey-EM der Frauen Deutschland verliert Finale gegen Niederlande

Die Weltmeisterinnen aus den Niederlanden waren eine Nummer zu stark für die deutschen Hockey-Frauen. Mit der Niederlage im EM-Finale ist auch die Chance auf eine direkte Olympia-Qualifikation vertan.

Frederique Matla (l.) aus den Niederlanden und Sonja Zimmermann
Virginia Mayo/DPA

Frederique Matla (l.) aus den Niederlanden und Sonja Zimmermann


Es ist so etwas wie das ewige EM-Endspiel-Duell: Zum sechsten Mal trafen mit Deutschland und den Niederlanden die beiden erfolgreichsten EM-Nationen in einem Finale bei der Hockey-EM der Frauen in Belgien aufeinander. Und zum mittlerweile fünften Mal heißt der Sieger Niederlande. Die Titelverteidigerinnen gewannen 2:0 (1:0) gegen die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB). Die Treffer für die Weltmeisterinnen erzielten Kelly Jonker (12. Minute) und Lidewij Welten (60.). Es ist der zehnte Titel in der 14. Auflage des seit 1984 ausgetragenen Kontinentalturniers für die Niederländerinnen.

Die Mannschaft von Bundestrainer Xavier Reckinger stand erstmals seit 2013 wieder im Endspiel einer Europameisterschaft. Nach einem Last-minute-Erfolg im Halbfinale gegen Spanien taten sich die Deutschen auch im Finale schwer. Die Niederlande bauten von Beginn an Druck auf, waren das aktivere Team, holten in der ersten Hälfte vier ihrer fünf Strafecken heraus, Deutschland kam im gesamten Spiel nur zu einer in der Anfangsphase.

Die Führung fiel zum Ende des ersten Viertels, als Jonker bei einem starken Pass von Eva de Goede in den Kreis genau richtig stand und den Ball unhaltbar ins Tor schoss. Im Anschluss hatten die Niederlande wenig Mühe, die Führung zu verwalten.

Zwar konnten die Deutschen lange ein zweites Gegentor verhindern, doch die Führung der Titelverteidigerinnen geriet kaum in Gefahr. Die beste Chance vor der Pause hatte Pia Maertens. Zu Beginn der zweiten Hälfte scheiterte Amelie Wortmann knapp. In den letzten Spielminuten setzte Deutschland auf elf Feldspielerinnen für den Ausgleich, musste stattdessen aber das 2:0 durch Welten (60.) hinnehmen.

"Wahnsinnig enttäuscht, unfassbar stolz"

"Wir waren nah dran, haben aber zu wenig Chancen kreiert", sagte DHB-Spielführerin Janne Müller-Wieland im Anschluss. "Es ist einfach ärgerlich, denn wieder schießen die ein frühes Tor und wir rennen hinterher", meinte Maertens, die als beste Nachwuchsspielerin ausgezeichnet wurde. "Obwohl ich wahnsinnig enttäuscht bin, bin ich auch unfassbar stolz. Wir kommen immer näher heran, das merke ich auch", sagte Trainer Xavier Reckinger: "Die Schritte, die wir jetzt gemacht haben, sind unglaublich wichtig - diese Erfahrung, auch mal ins Finale zu kommen."

Durch die Niederlage verpasste die DHB-Auswahl auch die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Die Olympia-Dritten von Rio 2016 müssen sich nun, ebenso wie die DHB-Herren, in zwei Olympia-Qualifikationsspielen Anfang November durchsetzen. Die Herren mussten sich am Samstag im Spiel um Platz drei den Niederlanden geschlagen geben.

sak/sid/dpa



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Prussia Culé 25.08.2019
1. Oranje boven, VAR & exakte Uhr
Erstmal Glückwunsch an Oranje und die DHB-Frauen. Beim Spiel sind mir wieder zwei Dinge aufgefallen, die ich endlich beim Fußball sehen möchte: Eine exakte Uhr und eine Einsicht in den Prozess des VAR. Man hört was beide Schiedsrichterinnen (auf dem Platz und vor dem Monitor) sich sagen und wie sie zur jeweiligen Entscheidung kommen. Wenn Refs dann noch per Mikrofon ins Stadium ihre Entscheidung kundtun, dann wäre in Sachen VAR schon einiges geholfen. Aber leider ist das zuständige International Football Association Board nach wie vor ein absolut träges, sport-konservatives Organ.
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