Höchststrafe wegen Dopings US-Leichtathletin für acht Jahre gesperrt

Im Skandal um das kalifornische Doping-Labor Balco hat der Nordamerikanische Sportgerichtshof (CAS) mit einem harten Urteil ein Zeichen gesetzt. Das Gericht in Salvo im US-Bundesstaat Utah sperrte die 200-Meter-Hallen-Weltmeisterin von 2003 Michelle Collins mit sofortiger Wirkung für acht Jahre.


Rekordstrafe für Collins: acht Jahre Sperre
REUTERS

Rekordstrafe für Collins: acht Jahre Sperre

Salvo - Damit ist Collins die erste Athletin, die im Balco-Skandal ohne positives Testergebnis oder Eingeständnis mit einer Sperre bestraft wurde. Sie steht vor dem Verlust ihres WM-Titels. Die amerikanische Anti-Doping-Agentur (Usada) erklärte, das Gericht habe erkannt, "dass die Usada ohne einen begründbaren Zweifel bewiesen hat, dass Collins sowohl Epo als auch die Designerdroge THG eingenommen" habe. Der Anwalt von Collins kündigte eine Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne an. Sollte diese erfolglos bleiben, ist die Karriere der 33-Jährigen, die stets ihre Unschuld beteuerte, wohl beendet.

Als Beweismittel dienten dem Gericht Aussagen von Balco-Chef Victor Conte, verschiedene Dokumente aus dem Labor sowie Blut- und Urintests von Collins, die offenbar zumindest Rückschlüsse erlaubten. Laut Usada habe Collins statt der sonst üblichen vier Jahre Sperre das doppelte Strafmaß erhalten, da sie über einen langen Zeitraum gedopt habe. Zudem habe sie sich Tests entzogen.

Bisher sind zwölf US-Leichtathleten und der britische Sprinter Dwain Chambers im Zuge des Balco-Skandals verurteilt worden. Die Strafen reichen von öffentlichen Verwarnungen bis zur Acht-Jahres-Sperre für Collins. 100-Meter-Weltrekordler Tim Montgomery und Chryste Gaines müssen sich noch in diesem Monat vor dem Schiedsgericht verantworten. Im Fall der dreimaligen Olympiasiegerin Marion Jones hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) kürzlich eine Diszplinarkommission unter Vorsitz von Thomas Bach eingesetzt.



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