Handball HSV gewinnt sensationell die Champions League

Für die Hamburger ist es der erste Triumph in der Königsklasse überhaupt: Der HSV hat den FC Barcelona in einem dramatischen Champions-League-Endspiel knapp nach Verlängerung besiegt. Ein Tor Vorsprung reichte am Ende zur Sensation.

AP/dpa

Hamburg - Die Sensation ist perfekt: Der HSV Hamburg hat die Champions League gewonnen. Im Finale setzte sich das Team von Trainer Martin Schwalb in einer dramatischen Partie nach Verlängerung 30:29 (25:25, 9:11) gegen den FC Barcelona durch. Dabei sah es lange Zeit nach einem Sieg der Spanier aus, doch dank einer überragenden zweiten Halbzeit und Verlängerung drehte Hamburg das Spiel.

Hamburg startete engagiert in die Partie, im Abschluss fehlte aber zunächst die nötige Konzentration: Gleich mehrfach scheiterte der HSV an Barça-Torhüter Danijel Saric. Auf der Gegenseite versuchten die Spanier mit einer offensiven Ausrichtung schnell zum Erfolg zu kommen. Dank einer starken Abwehrleistung und einem überragenden Johannes Bitter im Tor der Hamburger, konnte sich Barcelona in der Anfangsphase trotzdem nur eine knappe 4:2-Führung (10. Minute) erspielen.

Mitte der ersten Hälfte kämpfte sich der HSV erst zum 5:6-Anschlusstreffer, um kurze Zeit später durch Hans Lindberg sogar zum 6:6 auszugleichen (18.). Bis zur Halbzeit konnte Barça aber wieder auf 11:9 davonziehen. Besonders durch Würfe aus dem Rückraum kamen die Spanier immer wieder zum Torerfolg. Die Rückraum-Spieler des HSV blieben dagegen blass - wenn etwas ging, dann meist über die Außen oder den Kreis.

HSV spielt überragende zweite Halbzeit

Nach dem Seitenwechsel zunächst das gleiche Bild: Hamburg kämpfte, tat sich gegen die kompromisslose Deckung der Spanier aber schwer. Durch zwei Tore von Lindberg und Kreisläufer Igor Vori blieb der HSV trotzdem im Spiel (12:13, 35.). Als Duvnjak dann per Gegenstoß auch noch zum 13:13-Ausgleich traf und Hamburg wenig später durch Vori erstmals in Führung ging (16:15), bahnte sich die Sensation an.

Hamburg spielte nun wie aufgedreht, konnte die Führung sogar ausbauen (20:18, 48.). Selbst Barcelonas 20:20-Ausgleich (52.) störte die Hamburger wenig, die anschließend auf 24:20 davonzogen. Doch die Spanier gaben sich nicht geschlagen - wieder schafften sie den Ausgleich (24:24). In der regulären Spielzeit konnte dann keine Mannschaft mehr den entscheidenden Treffer setzten, beim Stand von 25:25 ging es in die Verlängerung.

Hier erwischte Hamburg den besseren Start und erspielte sich bis zum Ende der ersten Halbzeit der Verlängerung einen 28:26-Vorsprung. Nach dem letzten Seitenwechsel behielt das das Team von Trainer Schwalb die Nerven und rettete sich mit einem Tor Vorsprung (30:29) ins Ziel - zum größten Triumph in der Vereinsgeschichte des Clubs.

FC Barcelona - HSV Hamburg n.V. 29:30 (25:25/11:9)
Barcelona:
Rutenka (8/2), Tomas (7), Gurbindo (3), Garcia (3), Nöddesbo (3), Sarmiento (2), Sorhaindo (1), Stranovsky (1), Montoro (1)
Hamburg: Kraus (6), Lindberg (6/3), Petersen (5), Duvnjak (4), Lijewski (3), Vori (2), Jansen (2), Lackovic (2) für Hamburg.

Der entthronte Titelverteidiger THW Kiel hat das Final-Four-Turnier mit einer weiteren Niederlage und dem vierten Platz beendet. Einen Tag nach dem bitteren 33:39 gegen den HSV Hamburg unterlag der Deutsche Meister und Pokalsieger nach einer phasenweise schwachen Leistung im Spiel um Platz drei dem polnischen Vertreter KS Vive Targi Kielce 30:31 (12:19).

Der frühere Welthandballer Filip Jicha und Momir Ilic, der kurz vor Schluss mit einem verworfenen Siebenmeter den Ausgleich vergab, waren mit jeweils sechs Treffern die erfolgreichsten Kieler Werfer. Für den polnischen Meister traf Rastko Stojkovic (8) am häufigsten.

KS Vive Targi Kielce - THW Kiel 31:30 (19:12)
Kiel:
Jicha (6/2), Ilic (6/1), Sigurdsson (4), Toft Hansen (4), Sprenger (3), Narcisse (3), Vujin (2), Klein (1), Palicka (1)
Kielce: Stojkovic (8/1), Cupic (7/1), Strlek (5), Jurecki (3), Bielecki (4), Tkaczyk (2), Lijewski (1), Rosinski (1)

mib/dpa/sid



insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
halloleutevonheute 02.06.2013
1.
HSV oley oley Ich freu mich total
faust1911 02.06.2013
2. !
Nur der HSV (und was würde ich dafür geben, stünde diese Schlagzeile für die Fußballer ;-))
janus67 02.06.2013
3.
Oh man, für die Spanier kommt es dieses Jahr aber ganz dicke. Erst 2 Klatschen im Fußball und jetzt im Handball. Trotzdem, Glückwunsch HSV.
holystony 02.06.2013
4. Glückwunsch
an den HSV. Warum war das Spiel eigentlich nicht im TV zu sehen? Beim Fußball wird eine Mordswelle gemacht, in allen Medien. Aber es findet auch noch anderer Spitzensport statt, zum Glück....
panzerknacker51, 02.06.2013
5. Warum?
Zitat von faust1911Nur der HSV (und was würde ich dafür geben, stünde diese Schlagzeile für die Fußballer ;-))
Es geht doch nichts über eine gepflegte Handarbeit ;-)
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