Trotz Olympia-Ausschluss IAAF erteilt Russin Klischina Starterlaubnis

Russischen Athleten wurde vom internationalen Leichtathletikverband wegen systematischen Dopings ein Startverbot für Rio erteilt. Bei der Weitspringerin Darja Klischina machten die Veranstalter nun eine Ausnahme.

Darja Klischina
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Darja Klischina


Der Leichtathletikweltverband IAAF hat die Teilnahme der russischen Weitspringerin Darja Klischina an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) und anderen internationalen Wettkämpfen genehmigt - allerdings als "neutrale Athletin". Die jeweiligen Ausrichter müssen die Entscheidung noch akzeptieren, hieß es in einer Mitteilung des Verbands.

Klischina gehört zu den bekanntesten der insgesamt 68 Athleten, die beim Internationalen Sportgerichtshof CAS ein Sonderstartrecht für Rio beantragt haben. Alexandra Brilliantowa, Leiterin der Rechtsabteilung des nationalen russischen Komitees, bestätigte, dass die IAAF die Ausnahmeanträge der restlichen russischen Athleten abgelehnt habe. Der CAS will bis zum 21. Juli über die Sammelklage entscheiden.

Nach den Enthüllungen der russischen Athletin Julia Stepanowa über systematisches Doping in der Leichtathletik ihres Landes war Russland von der IAAF für die EM und für die Olympischen Spiele gesperrt worden. Allerdings gewährt die IAAF russischen Leichtathleten, die sich seit geraumer Zeit außerhalb des eigenen Landes aufhalten und sich unabhängigen Anti-Doping-Kontrollen unterworfen haben, im Einzelfall doch ein Startrecht. Bei Klischina, die bereits seit Längerem in den USA lebt und sich dem dortigen Anti-Doping-System unterwirft, scheint dies der Fall zu sein. Stepanowa selbst durfte bei der EM in Amsterdam - ebenfalls als "neutrale Athletin" - bereits über 800 Meter antreten.

bam/dpa/sid



insgesamt 17 Beiträge
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balanc0 10.07.2016
1. Kein Olympia
Jetzt ist est eindeutig es werden keine Olympische Spiele staatfinden, denn jeder Sportler der in Brazilien eine Medalie bekommen wird, der wird es wissen dass er es nur bekommen hat, weil ein russischer Sportler aus politischen Gründen nicht dabei war.
franz.v.trotta 10.07.2016
2.
Man sollte in diesem Zusammenhang unbedingt die Berichte über IAAF-Vizepräsident Lamine Diack und dessen Sohn lesen. Dann ahnt man, was hinter den Aktionen des IAAF steckt. Wieviel Geld müssen die Athleten bereithalten, die starten möchten?
Justin Hartmann 10.07.2016
3. Schwachsinn
Gerade weil jetzt endlich durchgegriffen wird gibt es endlich mal ECHTE Olympische Spiele. Außerdem handelt es sich nicht um ein Politisches Thema sondern um ein sportliches. Wenn es in einem Land so einen Extremen Fall von Doping gibt ist es vollkommen richtig ALLE Sportler zu sperren. Auch wenn da ein paar drunter sind die sauber sind. Man kann sich bei Osteuropäischen Nationen (Russland, Weißrussland und Ukraine) nicht sicher sein ob sie wirklich Sauber sind genauso wie bei Kenia und Äthiopien. Lieber zu viele Sperren als zu wenig.
brodback 10.07.2016
4. Oh balanco0
Was für eine dumme Aussage! Was sagen denn die Sportler, die wegen extremem und betrügerischen russischem Doping den Gewinn einer Medaille versäumt haben?
aurichter 10.07.2016
5. @ balanc0
Quatsch, dies hat bei den vorherigen Olympiaboykotten auch keinen Sportler interessiert.
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