Interview mit Alexander Popp "Ich war auf 180"

Als einziger deutscher Teilnehmer hat Alexander Popp das Viertelfinale in Wimbledon erreicht. Die Regenpause im Match gegen den Belgier Olivier Rochus habe ihm sehr geholfen, sagte der 26-Jährige. Das Donnerwetter könnte in der nächsten Runde folgen: Agassi-Bezwinger Mark Philippoussis ist Popps Kontrahent.


Alexander Popp: "Manchmal muss man aus sich heraus gehen"
AP

Alexander Popp: "Manchmal muss man aus sich heraus gehen"

Herr Popp, zweimal haben Sie bis jetzt in Wimbledon gespielt und sind jeweils unter die besten acht gekommen. Was ist das für ein Gefühl?


Alexander Popp:

Es freut mich, dass ich zeigen konnte, dass das vor drei Jahren kein Zufall war. Das tut gut. Andererseits weiß ich nicht so genau, auch wenn das jetzt komisch klingt, ob es gut für mich ist, nach der langen Verletzungspause. Es wird sich zeigen, ob es zu früh war.


Hat Sie die Regenpause nach dem schwachen Start wach gemacht?


Popp: Heute hat es mir sehr gut getan. Es waren zwei verschiedene Matches: vor dem Regen und danach.


Sie haben zu Beginn ungewöhnlich viel und laut geschimpft. War das ein Rückfall in alte Zeiten?


Popp: Ach, wenn Sie die alten Zeiten kennen würden. Manchmal muss man aus sich heraus gehen. Aber ich denke, es war alles im legitimen Bereich.


Warum wurde der "Mülltag", wie Sie den Montag zu Beginn der Partie gegen Olivier Rochus mehrfach nannten, doch zum Glückstag?


Popp: Ich war auf 180. Aber nach der Regen-Unterbrechung habe ich den Ärger aufs Spiel übertragen und war viel aggressiver.


Haben Sie Angst, auf dem Boulevard wieder "Popp-Eye" genannt zu werden, so wie 2000, als sie auch im Viertelfinale standen?


Popp: Na ja, Angst nicht gerade. Das passiert eben, auch wenn es total übertrieben ist. Heute weiß ich aber, was auf mich zukommen kann. Es ist gut so, dass es mich nicht mehr so überrascht wie damals.


Die Fragen stellten Ines Reichelt und Andreas Bellinger (dpa)



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