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Wellenreiten: Die besten Bilder von Alex Laurel

Foto: Alex Laurel

Surf-Fotograf Laurel "Man fühlt sich wie ein Stück Treibholz"

Wenn die Brecher so groß werden, dass die meisten Surfer an Land flüchten, schlägt seine Stunde: Alex Laurel ist einer der renommiertesten Surf-Fotografen der Welt, für seine Arbeit reist er den besten Wellen hinterher.
Zur Person

Alex Laurel, Jahrgang 1977, wurde im afrikanischen Gabun geboren, lebt aber seit vielen Jahren an der französischen Atlantikküste. Seine Liebe zur Fotografie entdeckte er kurz nach seiner Liebe zum Surfen, im Teenageralter. Inzwischen ist Laurel ein sehr guter Big-Wave-Surfer - und einer der besten und bekanntesten Surf-Fotografen der Welt. Beim Nordnordwest Surf Film Festival in Hamburg (nordnordwestsurffilmfest.de) sind einige seiner Werke vom 3. bis 5. April 2014 zu sehen.

SPIEGEL ONLINE: Herr Laurel, Sie sind einer der renommiertesten Surf-Fotografen der Welt. Wie kommt man auf diesen Beruf?

Laurel: Meine Liebe fürs Wellenreiten habe ich schon mit acht Jahren entdeckt. Ich bin in Gabun aufgewachsen, an der afrikanischen Westküste. Als ich im Teenager-Alter war, habe ich meine erste Kamera geschenkt bekommen und habe meine Freunde beim Surfen fotografiert. Dann kamen irgendwann meine ersten Veröffentlichungen, und ich habe gemerkt: Das könnte zu meinem Beruf werden.

SPIEGEL ONLINE: Für ihren Beruf sind Sie immer unterwegs, reisen den besten Wellen der Welt hinterher. Was war denn ihr außergewöhnlichster Trip?

Laurel: Island war auf jeden Fall der unglaublichste Ort, den ich bisher besucht habe. Die Landschaft da ist wie von einer anderen Welt. Man kennt dieses Gefühl aus den US-Großstädten wie New York, dass alles eine Nummer größer ist: die Häuser, die Autos, die Essensportionen. In Island ist es genau so mit der Natur. Die Wasserfälle, die Gletscher, die Fjorde - all das ist dort gigantisch. Für mich als Surf-Fotografen war es einfach eine willkommene Abwechslung, mal etwas anderes zu sehen als weiße Sandstrände und Kokosnusspalmen.

SPIEGEL ONLINE: Sie leben an der südfranzösischen Atlantikküste, da dürfte die Wassertemperatur in Island tatsächlich mal eine Abwechslung gewesen sein?

Laurel: Es war eiskalt, zwei Grad Celcius! Zum Glück sind selbst solche Temperaturen mit den modernen Wetsuits auszuhalten, nur meine Hände waren nach zwei Stunden im Wasser wirklich kalt.

SPIEGEL ONLINE: War das das Extremste, was Sie bisher bei Ihrer Arbeit erlebt haben?

Laurel: Das nicht, aber beeindruckend war es allemal. Ich erinnere mich auch noch sehr gut, wie ich diesen Winter am französischen Belharra-Riff im Wasser war, als der Sturm Hercules tobte.

SPIEGEL ONLINE: Wie fühlt man sich bei solchen Bedingungen?

Laurel: Wie ein Stück Treibholz, ein ganz kleines. Die Welle rast so schnell auf einen zu, türmt sich auf - diese Energie die man spürt, wenn man auf einem kleinen Jetski zwischen diesen 20-Meter-Ungetümen herumfährt, ist mit nichts zu vergleichen.

SPIEGEL ONLINE: Und wo geht es als nächstes hin?

Laurel: Zum Surf-Wettkampf am Margret River in Westaustralien. Hoffentlich werden die Wellen da auch wieder schön groß!

Alex Laurel Ausstellung und Fotoshow mit Live Musik beim NORD NORDWEST SURF FILM FESTIVAL HAMBURG, 3.-5. April 2014, Hamburger Botschaft, Sternstr. 67 Hamburg.Info: http://nordnordwestsurffilmfest.de
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