Interview mit Hans Zach "Wir werden es keinem leicht machen"

In einem Interview äußert sich Eishockey-Nationalcoach Hans Zach über den Auftritt seiner Spieler bei Olympia, die Verstärkung aus der NHL und die anstehenden Aufgaben in der Endrunde.


Hans Zach, der "Alpen-Vulkan", mit seinen Jungs: "Ganz Deutschland kann stolz sein auf diese Burschen"
DPA

Hans Zach, der "Alpen-Vulkan", mit seinen Jungs: "Ganz Deutschland kann stolz sein auf diese Burschen"

Mit drei überzeugenden Siegen steht Ihre Mannschaft in der Endrunde des olympischen Eishockey-Turniers und hat geschafft, was Sie ihr nicht zugetraut haben. Wie erklären Sie sich das?


Zach:

Wir spielen ein einfaches, aber effektives System. Das Geheimnis des Erfolges ist die Mannschaft. Die Mischung aus jungen und hungrigen sowie alten und erfahrenen Spielern stimmt. Die Einigkeit macht uns stark. Alles hier ist sehr, sehr positiv.


Nach dem 3:0 gegen die favorisierten Slowaken und dem 3:2 gegen Österreich wurden die ebenfalls hoch gehandelten Letten mit 4:1 deutlich geschlagen.


Zach: Das war vielleicht unser bestes Spiel. Wir waren bis in die Haarspitzen motiviert. Das frühe Gegentor war wichtig, sonst wären wir vielleicht in Euphorie verfallen.


Im ersten Spiel der Finalrunde trifft die deutsche Mannschaft am Freitag auf Olympiasieger und Weltmeister Tschechien. Die weiteren Gegner sind Kanada und Schweden. Rechnen Sie sich eine Chance aus?


Zach: Die Tschechen sind ein Team vom anderen Stern, das beste, was es auf der Welt gibt, und gestählt in der nordamerikanischen Profiliga NHL. Aber wir haben nichts zu verlieren und werden es keinem Gegner leicht machen.


Neben Marco Sturm und Jochen Hecht wird auch Torwart Olaf Kölzig aus der NHL zur Mannschaft stoßen. Kann die Entscheidung besonders auf der Torhüterposition Schwierigkeiten bereiten?


Zach: Ich habe damit überhaupt kein Problem und werde von Spiel zu Spiel entscheiden, wer von den drei Torhütern Kölzig, Seliger und Christian Künast zum Einsatz kommt.


In Ihrer vierjährigen Amtszeit haben Sie die Mannschaft in die A-Weltmeisterschaft zurückgeführt, die Olympia-Qualifikation geschafft und nun die Endrunde in Salt Lake City erreicht. Was bedeutet dieser Erfolg für das deutsche Eishockey?


Zach: Das zu beurteilen, ist die Aufgabe der Medien. Aber in den vergangenen vier Jahren ist es ständig aufwärts gegangen. Die Spieler haben unheimlich viel für das deutsche Eishockey getan. Ganz Deutschland kann stolz auf diese Burschen sein. Wir sind auf einem guten Weg, aber es kann auch wieder abwärts gehen. Deshalb brauchen wir dringend finanzielle Unterstützung für den Nachwuchs.


Aufgezeichnet von Gerd Münster, dpa



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