Fotostrecke

Ringen bleibt olympisch: Schulterniederlage abgewendet

Foto: Orestis Panagiotou/ dpa

IOC-Entscheidung Ringen bleibt olympisch

Bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio werden auch die Ringer teilnehmen dürfen. Auf der IOC-Vollversammlung in Buenos Aires wurde die im Februar vorgeschlagene Verbannung der Sportart revidiert.

Hamburg - Ringen gehört auch bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio und 2024 zum Programm. Das entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf der 125. Vollversammlung in Buenos Aires. In Japan nicht dabei sind Baseball/Softball und Squash.

Bei der Abstimmung der 95 wahlberechtigten IOC-Mitglieder in Argentinien fielen 49 Stimmen auf Ringen, 24 auf Baseball/Softball und 22 auf Squash.

"Die Ringerinnen und Ringer auf der ganzen Welt sind erleichtert, dass ihr ganz persönlicher Traum von Olympia als stärkster Motivationsfaktor erhalten bleibt und feiern die Entscheidung begeistert", sagte Manfred Werner, Präsident des Deutschen Ringer-Bundes (DRB): "Unser Kampf hat sich gelohnt."

Im Februar hatte das IOC Ringen überraschend aus dem Programm für die Spiele in sieben Jahren gestrichen. Bei der Versammlung in Argentinien hätte der Entscheid bestätigt werden müssen. Nun erfolgte die Kehrtwende.

"Es war solch ein Fehler, er muss einfach korrigiert werden", hatte IOC-Präsidentschaftskandidat Denis Oswald aus der Schweiz schon vor der Abstimmung stellvertretend für viele gesagt. Ringen gehörte stets zu den olympischen Kernsportarten. Es war schon bei den antiken Spielen Teil des Programms. Seit 1896 war Ringen mit Ausnahme von 1900 Bestandteil aller Sommerspiele der Neuzeit.

Rogges Reformprojekt ist gescheitert

Am Sonntag rechtfertigte der scheidende IOC-Präsident Jacques Rogge die Entscheidung der Exekutive im Februar. "Ringen wurde nicht ausgeschlossen, sondern mit zwei anderen Sportarten auf den Prüfstand gestellt", sagte der Belgier, "aus den Diskussionen habe ich erkannt, dass der Zustand im Ringer-Weltverband nicht optimal war. Wir mussten konsequent handeln."

Mit umfassenden Regeländerungen hatte die Sportart in den vergangenen Monaten unter dem neuen Verbandspräsidenten Nenad Lalovic ihren Reformprozess vorangetrieben. In Zukunft wird in zwei Runden à drei Minuten gekämpft und mehr Aktivität belohnt - die Kämpfe sollen nach Punkten und nicht wie bisher nach Runden entschieden werden. Es gibt zwei Gewichtsklassen mehr für Frauen - auf Kosten der Männer.

"Wir haben Fehler gemacht, und wir haben zugehört, und wir haben gelernt. Wir haben unsere Statuten demokratisiert mit mehr Frauen und Athleten im Vorstand", sagte Lalovic. "Der Verband hat die Gründe für die Streich-Empfehlung verstanden und gut reagiert", lobte Rogge, dessen große Reformpolitik gescheitert ist.

Denn mit der Entscheidung pro Ringen bleibt beim Olympia-Programm alles beim Alten. Rogges großangekündigte Reform beschränkt sich auf die Aufnahme von Golf und Rugby bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro.

chp/dpa/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.