IOC-Beschluss Kein Komplett-Ausschluss für russisches Team bei Olympischen Spielen

Trotz der Doping-Vorwürfe hat das IOC Russland nicht komplett von den Spielen in Rio ausgeschlossen. Über eine Teilnahme der Sportler müssen nun die jeweiligen Weltverbände entscheiden.

Russische Sportlerin Daria Spiridonova
REUTERS

Russische Sportlerin Daria Spiridonova


Das Internationale Olympische Komitee hat auf eine Sperre aller russischen Sportler bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) verzichtet. Das gab das IOC im Anschluss an eine Telefonkonferenz des 15-köpfigen Exekutivkomitees unter der Leitung des deutschen Präsidenten Thomas Bach bekannt.

Sportler, die gegenüber ihren jeweiligen Weltverbänden den Nachweis erbringen können, nicht in das russische Staatsdopingsystem involviert gewesen zu sein, dürfen in Rio starten (Lesen Sie hier das Statement in voller Länge). Sicher nicht dabei sind die russischen Leichtathleten, nachdem der Internationale Sportgerichtshof Cas vergangene Woche den Einspruch von 68 gesperrten Sportlern abgewiesen hatte.

"Die IOC-Exekutive stand vor einer sehr schwierigen Entscheidung. Wir mussten die Konsequenzen aus dem McLaren-Report ziehen. Wir mussten dabei die Balance finden zwischen der Gesamtverantwortung und dem Recht des Einzelnen, um jedem Athleten gerecht zu werden", sagte Bach nach der Verkündung der Entscheidung in einer Telefonkonferenz.

Jeder müsse die Chance haben, auf die Anschuldigungen zu reagieren: "Es gilt die Unschuldsvermutung. Deswegen haben wir strenge Kriterien entworfen, die jeder russische Sportler erfüllen muss, wenn er an den Olympischen Spielen teilnehmen will."

Russland zeigte sich zufrieden. "Das ist eine rechtmäßige Lösung", sagte der Chef des Sportausschusses im russischen Parlament, Dmitri Swischtschjow. "Aber solche Entscheidungen sollten nicht nur in Bezug auf russische Athleten, sondern auf Sportler in der ganzen Welt getroffen werden."

Das IOC reagierte mit seinem Beschluss auf die Ergebnisse des McLaren-Reports, der am vergangenen Montag enthüllt hatte, dass es in Russland "mindestens von Ende 2011 bis August 2015" ein staatlich organisiertes und überwachtes Dopingsystem gegeben habe.

pad/luk/REUTERS/sid

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kizmi 24.07.2016
1. Tolle Entscheidung :-(
Da hat der Herr Bach ja eine tolle Entscheidung getroffen. Also praktisch keine Entscheidung und die Verantwortung lieber an die Weltverbände weitergereicht. Das ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten und wird mich dazu veranlassen, nicht eine einzige Minute dieser "Spiele" anzusehen.
niktim 24.07.2016
2. Das ist gut
Die Entscheidung des IOC ist eine Entscheidung der Vernunft! Die Politik musste sich geschlagen geben!
staatsräson1 24.07.2016
3. ständiges Waffengerassel
Diese dämliche Putinphobie spricht für Penisneid.
dns82 24.07.2016
4. Augenwischerei
Ein weiterer schlechter Tag für den Sport. War aber abzusehen. Machen wir uns nichts vor: Von einem sauberen Spitzensport auszugehen ist naiv und realitätsfremd. Alle Beteiligten wissen dass und weil sich nebenbei so schön viel Geld verdienen lässt muss die Show weitergehen. Insofern ist das Urteil des IOC konsequent, wenngleich verlogen. Russland, aber auch Kenia fungieren als Bauernopfer. Würde Herr Seppelt seine Bemühungen auf andere Länder und andere Sportarten ausdehnen würden ähnliche Ergebnisse am Ende der Recherche stehen.
triac 24.07.2016
5. Ich kann mich des Eindruckes
nicht erwehren, dass es hier nicht doch um mehr geht wie Doping. Auf allen deutschen Kanälen (Sendern) ist dies Meldung an erster Stelle, obwohl es eigentlich wichtigere Information gibt. Der selbsternannte Oberaufklärer Seppelt war in einem Interview sogar einem Herzinfarkt sehr nah. Seine Arbeit hätte nicht zum Ziel geführt erstmals seit 1896 eine Mannschaft auszuschließen. Ich bin gegen Sippenhaft. Und wenn schon eine Maßnahme eingeleitet werden muss, dann hätte man alle Offiziellen aus der Begleitmannschaft ausschließen können. Einen sauberen Sportler auszuschließen halte ich für falsch. Jetzt beschädigt man auch noch Bach. Wie müssen wir doch die Russen hassen. Bin ich jetzt ein Troll?
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