Internationales Startverbot aufgehoben Premiere für iranische Gewichtheberinnen

Das Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio: Iranische Gewichtheberinnen dürfen erstmals an einer internationalen Meisterschaft teilnehmen.
Gewichtheben im Iran

Gewichtheben im Iran

Iran lässt erstmals Frauen an einem internationalen Gewichtheberinnen-Wettkampf teilnehmen. Das gab Ali Moradi als Präsident des nationalen Verbandes bekannt. Demnach sollen "sechs bis acht Frauen in verschiedenen Gewichtsklassen an der asiatischen Meisterschaft teilnehmen", sagte Moradi laut dem Sportdienst "Varzesh". Das Turnier findet vom 18. bis 28. April im chinesischen Ningbo statt. Dort können sich die Frauen laut Moradi auch für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifizieren.

Im vergangenen Jahr waren bereits Juniorinnen zu internationalen Wettbewerben zugelassen worden. Wegen der islamischen Gesetze und Vorschriften in Iran müssen alle Frauen im Land ein Kopftuch und einen langen weiten Mantel tragen, um in der Öffentlichkeit Haare und Körperkonturen zu verbergen. Dies gilt auch für iranische Sportlerinnen. Deshalb werden sie zu vielen internationalen Turnieren nicht zugelassen oder müssen wie im Fußball mit Kopftuch und langen Trikots und Hosen spielen. Auch die Gewichtheberinnen müssen sich in China an den islamischen Dresscode halten.

Paralympische Gewichtheberin Rehad Ahmed aus Iran, sie sitzt im Rollstuhl und tritt deswegen im Liegen an

Paralympische Gewichtheberin Rehad Ahmed aus Iran, sie sitzt im Rollstuhl und tritt deswegen im Liegen an

Foto: Manuel Velasquez/ Getty Images

Gewichtheben gilt neben Ringen und Taekwondo zu den Sportarten, in denen Iran in den vergangenen Jahrzehnten bei Weltmeisterschaften sowie bei Olympischen Spielen recht erfolgreich war. So gewannen 2016 in Rio de Janeiro die beiden Gewichtheber Kianoush Rostami und Sohrab Moradi zwei der drei Goldmedaillen für Iran. Daher verspricht sich das Sportministerium auch von den Gewichtheberinnen realistische Chancen auf Medaillen.

krä/dpa
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