Triathlon auf Hawaii Deutscher Patrick Lange gewinnt den Ironman

Es war ein denkwürdiges Rennen: In Streckenrekordzeit hat der Deutsche Patrick Lange den Ironman auf Hawaii gewonnen. Ein Drama gab es um Vorjahressieger Jan Frodeno.


Der Deutsche Triathlet Patrick Lange hat den Ironman auf Hawaii gewonnen. Der 31-Jährige erreichte am Samstag (Ortszeit) in Streckenrekordzeit als Erster das Ziel in Kailua-Kona nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen.

Damit setzte Lange die deutsche Siegesserie bei der Triathlon-Weltmeisterschaft fort. Der Vorjahresdritte verwies den Kanadier Lionel Sanders mit 2:27 Minuten Vorsprung auf den zweiten Platz und stellte in 8:01:39 einen neuen Streckenrekord auf. Dritter wurde der Brite David MacNamee.

Lange ist nach Thomas Hellriegel (1997), Normann Stadler (2004 und 2006), seinem jetzigen Trainer Faris Al-Sultan (2005), Kienle (2014) und Jan Frodeno (2015/2016) der sechste Deutsche, der auf Hawaii siegt.

Drama um Frodeno

"Das ist, wovon ich immer geträumt habe. Das ist nicht wahr, das ist so großartig", sagte Lange, der mit der Deutschland-Fahne in der Hand fast ins Ziel gestolpert wäre: "Das ist Gefühls-Achterbahn hoch tausend."

Bei den Frauen siegte die Schweizerin Daniela Ryf zum dritten Mal in Folge. Die 30-Jährige setzte sich in 8:50:47 Stunden klar vor der 24 Jahre alten Britin Lucy Charles (+8:51 Minuten) durch. Dritte wurde die Australierin Sarah Crowley (+10:51 Minuten).

Ein Drama gab es um Männer-Titelverteidiger Frodeno: Der 36-Jährige büßte wegen schwerer körperlicher Probleme zu Beginn des abschließenden Marathons sämtliche Siegchancen ein. Er setzte das Rennen aber trotz einer zwischenzeitigen Pause fort.

Auf Platz vier landete ebenfalls ein Deutscher: Sebastian Kienle kam 8:19 Minuten nach Lange ins Ziel. Boris Stein, Siebter vor einem Jahr, wurde Zehnter. Frodeno quälte sich mit schmerzendem Rücken mit mehr als einer Stunde Rückstand in 9:15:44 Stunden ins Ziel. "Es war ein harter Tag. Mein Rücken hat ganz und gar nicht mitgespielt. Ich weiß auch nicht, was da los war", sagte der Gewinner der vergangenen beiden Jahre.

Frodeno hatte sich mit Schmerzen sogar für einige Minuten auf die Laufstrecke setzen müssen, Lange holte beim Marathon mehr als zehn Minuten auf. Wenige Kilometer vor dem Ziel übernahm der 31-Jährige erstmals die Führung in dem Rennen und gab sie bis zum Ziel auf dem Ali'i Drive nicht mehr ab.

So lief das Rennen:

Frodeno war als Zweiter nach 48:27 Minuten aus dem Pazifik gestiegen und damit eigentlich noch voll im Soll. Schneller war nur der Australier Josh Amberger, der die Führung nach dem Wechsel auf die Radstrecke aber nicht mehr allzu lange innehaben sollte. Lange hatte nur 1:36 Minuten Rückstand auf die Spitze, war 15. und damit auf dem Rad zunächst im Kontakt mit den Top-Rängen.

Immer wieder wechselte die Führung, das Tempo war hoch. Dafür sorgten vor allem Kienle und Sanders. Nach der Hälfte übernahm der Australier Cameron Wurf erstmals die Führung. In 4:12:54 Stunden brach der 34-Jährige Stadlers Rad-Streckenrekord von 2006. Sanders blieb in 4:14:18 und Kienle in 4:14:57 ebenfalls noch unter Stadlers Zeit von 4:18:23 Stunden.

"Scheiß Beine"

Lange konnte da nicht mithalten. Er hatte Probleme: "Ich wollte aussteigen, weil ich richtig scheiß Beine hatte", sagte er dem ZDF. Er machte aber weiter - und konnte auf der Laufstrecke aufholen. Während die Rivalen mehr und mehr abbauten, wirkte Lange, der vor einem Jahr in 2:39,45 Stunden bereits den Marathon-Streckenrekord aufgestellt hatte, immer noch frisch.

Als Lange im Ziel überglücklich auf die Knie fiel und danach ein kleines Tänzchen auf wackligen Beinen wagte, war Frodeno noch immer auf der Strecke - und kämpfte mit Problemen: Bei einer Verpflegungsstation bekam er zweimal eine Trinkflasche mit Wasser nicht zu greifen, danach hatte er beim Laufen offenbar schwere Rückenprobleme.

Frodeno schrie kurz auf, musste sich mit Schmerzen hinsetzen. Er sprach mit seiner Frau, der Olympiasiegerin Emma Snowsill, ging nach einigen Minuten wieder los, fing an zu traben. Die Siegchancen waren da natürlich schon längst verflogen.

jat/dpa



insgesamt 24 Beiträge
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fried75 15.10.2017
1. Hammer
Herzlichen Glückwunsch
Jota.Nu 15.10.2017
2. zweimal eine Trinkflasche nicht zu greifen zu bekommen...
...und danach Rückenschmerzen zu bekommen... könnte das möglicherweise auf eine Reaktion der Nieren wg. Dehydrierung hinweisen?
Prowler 15.10.2017
3. Was für eine Leistung!
Respekt an jeden Athleten und herzlichen Glückwunsch an den Sieger. Wie hält man das durch?
f-rust 15.10.2017
4. ist frau mit nur 13"
bei einer Gesantzeit von über 8 Std. 50 Min. "klar" überlegen? Zumal es weiter unten heißt, "nach ... km lagen ... lediglich 68" auseinander" ???
Lankoron 15.10.2017
5. Sollte sich nicht
jemand den Artikel nochmal ansehen, die Sätze in die richtige Reihenfolge bringen und die Fehler beseitigen? (Wie kann man nach dem Schwimmen lange Zeit das Rennen bestimmen, aber 6,5 Minuten zurückliegen, dann wieder in der Führungsgruppe sein...) Ausserdem wäre es schön gewesen, auch zu den Frauen eine solch umfassende Berichterstattung zu bringen, statt sie in einem Nebensatz so abzuwerten.
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