Mehr als 250 Tote seit 1911 Britischer Motorradfahrer stirbt bei berüchtigtem Isle-of-Man-Rennen

Es gilt als eines der gefährlichsten Motorradrennen der Welt: Bei der Isle of Man TT starben in etwas mehr als hundert Jahren mehr als 250 Menschen - und auch in diesem Jahr gab es wieder einen Toten.

Daley Mathison
Alan Standford/ imago images/ PRiME Media Image

Daley Mathison


Mit 280 Stundenkilometern rasen die Rennfahrer über Straßen, auf denen an normalen Tagen Tempo 30 gilt. Es gibt kaum Schutzzonen, keine Reifenstapel, die etwa in der Formel 1 Fahrer bei Unfällen vor allzu schlimmen Verletzungen schützen sollen. Überall lauern tödliche Gefahren - die Isle of Man Tourist Trophy gilt als eines der gefährlichsten Motorradrennen der Welt.

"Wenn Roger Federer einen Fehler macht, verliert er einen Punkt. Wenn ich einen Fehler mache, verliere ich mein Leben", hat Richard Quayle, ein ehemaliger Sieger, einmal gesagt. Der Deutsche Seitenwagen-Pilot Siegfried Schauzu, der in den Sechziger- und Siebzigerjahren achtmal gewann, sagte : "Die Ideallinie um zehn Zentimeter zu verfehlen, kann den Weg ins Jenseits bedeuten."

Seit 1911 starben hier mehr als 250 Fahrer, dazu noch etliche Zuschauer. Im vergangenen Jahr hatte es zwei Motorradpiloten getroffen. Und auch in diesem Jahr gibt es bereits nach dem Auftaktrennen den ersten Todesfall: Der britische Motorradpilot Daley Mathison aus dem Team Penz13.com kam am Montag beim Superbike-Rennen ums Leben.

"Daley schläft jetzt bei den Feen"

Der Unfall ereignete sich laut der Organisatoren in Snugborough auf dem Snaefell-Bergkurs während der dritten Runde des Rennens. Start und Ziel des Kurses liegen in Douglas an der Ostküste der 84.000-Einwohner-Insel, die Strecke ist 60,725 Kilometer lang. Der Wettbewerb wurde vorzeitig abgebrochen und Peter Hickman aus Großbritannien zum Sieger erklärt.

Mathinson galt als erfahrener Motorradrennfahrer, der im Alter von zwölf Jahren mit dem Rennsport begonnen hatte. 2014 absolvierte er sein erstes Rennen auf der Isle of Man. Seitdem hat er laut dem "Motorsport-Magazin" 19 Rennen absolviert und drei Podestplatzierungen in der emissionsfreien Klasse TT Zero feiern können.

"Daley, wie Daisy (seine Tochter, d. Red.) sagt, schläft jetzt bei den Feen. Das ist alles, was ich im Moment sagen kann", schrieb Mathisons Frau bei Twitter und beschrieb den Verstorbenen als einen "Mann, der so glücklich mit seinem Leben und stolz auf seine Rennfahrerkarriere gewesen ist". Mathinson wurde nur 27 Jahre alt.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Einwohnerzahl der Isle of Man korrigiert.

bka/AP/Reuters/sid



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.