Jack Nicklaus Sein letzter Abschlag

Eine Golf-Legende geht in Rente. Jack Nicklaus tritt heute bei der 134. British-Open-Championship im schottischen St. Andrews zu seinem letzten Major-Turnier an. Dabei will er auf dem Punktzettel nochmal ganz oben stehen.


 Ikone Nicklaus: "Der beste Golfer aller Zeiten"
REUTERS

Ikone Nicklaus: "Der beste Golfer aller Zeiten"

St. Andrews - "Es gibt viele Gründe, St. Andrews als endgültigen Abschied von den Majors zu wählen. Ich liebe diesen Ort mit all seinen Emotionen und all dem, wofür er steht", sagte der 65-Jährige.

Unvergessen bleibt für Nicklaus sein erster Erfolg an der schottischen Ostküste. "Wenn du als Golfer in Erinnerung bleiben willst, musst du in St. Andrews gewinnen. 1970 ist mein größter Traum wahr geworden", berichtet der in Columbus/Ohio geborene und in Florida lebende Nicklaus.

1961 wurde er Golfprofi. Damals nannte man ihn noch respektlos "Fat Jack". Nicklaus sah aus wie ein Kugelblitz, er verkörperte den Gegenpol zu seinen damals größten Konkurrenten, dem athletischen Arnold Palmer und dem drahtigen Gary Player. Doch schon bald hatte Nicklaus einen neuen Spitznamen. Er wurde nicht mehr als dicker Jack belächelt sondern respektvoll "Golden Bear" genannt.

Bereits 1962 holte er bei der US Open seinen ersten Major-Sieg, 17 weitere folgten, darunter sein zweiter Erfolg in St. Andrews 1978. Seinen letzten Major-Erfolg feierte er 1986 beim US Masters. Insgesamt gewann Nicklaus auf den Golfplätzen der Welt mehr als 100 Turniere. Seine riesige Fangemeinde schwärmt von seinem Ballgefühl und legendären Schwung.

Mit 65 Jahren soll nun Schluss sein: "Ich kann kein Wettbewerbs-Golf mehr spielen. Das macht keinen Sinn mehr", sagt Nicklaus. Kein Wunder, hat er doch seit sechs Jahren eine künstliche Hüfte. "Die Open ist wirklich das letzte Major, was ich erledigen will. Ich bin kein Turniergolfer mehr", stellt er nüchtern fest.

Senior Nicklaus: Legendärer Schwung
AP

Senior Nicklaus: Legendärer Schwung

Bei seinem letzten Abenteuer spielt er in St. Andrews an der Seite des fünfmaligen Open-Siegers Tom Watson (USA) und des Ryder-Cup-Spielers Luke Donald (England). Mit von der Partie sein auf dem Par-72-Kurs mit 14 Doppelgrüns wird auch Tiger Woods, für den Nicklaus "der beste Golfer aller Zeiten und eine große Persönlichkeit" ist.

Der zweiten Runde am Freitag sollen für Nicklaus noch zwei weitere folgen. "Es ist eine Sache des persönlichen Stolzes, so hoch wie möglich auf dem Leaderboard zu stehen und natürlich das Turnier erst am Sonntag zu beenden", so der Golfsenior.

Egal, wie es für Nicklaus ausgeht, nach dem Turnier wird er mehr Zeit für Ehefrau Barbara, seine fünf Kinder und 17 Enkelkindern haben. Die freuen sich - im Gegensatz zu den vielen Fans - bestimmt schon auf die Zeit nach der British-Open.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.