Jan Ullrich "Der Druck lastet jetzt auf Lance Armstrong"

Der deutsche Radprofi Jan Ullrich über sein Gold beim olympischen Straßenrennen, seine Ambitionen für das Zeitfahren am Samstag und die Konkurrenz zu Tour-Sieger Lance Armstrong.


Alle hatten beim Straßenrennen ihren Teamkollegen Erik Zabel auf der Rechnung, kaum einer Sie. Haben Sie tief gestapelt?

Jan Ullrich:

Nein, ich bin sehr gut vorbereitet angekommen, aber mit dem Schwerpunkt Zeitfahren. Wir haben aber am Vorabend zwei Strategien entwickelt, die zweite ist aufgegangen.

Ist das Zeitfahren am Samstag für Sie jetzt überhaupt noch wichtig?

Ullrich: Natürlich werde ich alles geben, um nochmals zu gewinnen. Ich habe mein Gold, und das sogar in der Königsklasse, das ist das Größte. Lance Armstrong hat noch keines. Der Druck lastet jetzt ganz auf ihm. Ich kann locker an den Start gehen, aber voll konzentriert.

Wann haben Sie gemerkt, dass Sie Gold holen können?

Ullrich: Als uns keiner folgte, gab es nur noch eins: den höchsten Gang einlegen. Am Morgen war meine Moral gar nicht gut. Als es regnete, wollte ich am liebsten den nächsten Flieger besteigen. Aber pünktlich zum Start kam die Sonne durch, da sah die Welt schon viel freundlicher aus.

Was haben Sie auf den letzten Kilometern gedacht, als Sie durch ein Spalier deutscher Fahnen fuhren?

Ullrich: Ich habe mich unheimlich gefreut und gewundert: Wo kommen auf einmal die vielen Deutschen her? Das war einfach super.

Das Interview führte Mark Mittasch, sid



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